Das Restaurant ohne Namen in Llucmajor

13-11-2008  
Alexander Popp liebt seinen Job, kombiniert in der Küche Exotisches mit Traditionellem.
Alexander Popp liebt seinen Job, kombiniert in der Küche Exotisches mit Traditionellem.  Foto: Sebastián Terrassa

KIRSTEN LEHMKUHL In einer früheren Schuhfabrik in Llucmajor befindet sich heute ein Restaurant, das man erst beim zweiten Hinschauen entdeckt. Dabei sollte man durchaus einen Blick riskieren. Denn was die beiden Deutschen Alexander Popp und Katja Paul vor fünf Jahren als Bistro-Bar begannen, hat sich mittlerweile zu einem respektablen Restaurant gemausert: Sense nom – ohne Namen. Im Hauptraum des rund 150 Jahre alten Eckgebäudes mit dem riesigen Kronleuchter und dem schönen Holzmobiliar stehen 42 Plätze zur Verfügung, im Patio mit dem Pflaumenbaum 32 weitere Plätze.

Am Herd steht der 33-jährige Popp aus Kulmbach, der – gelernter Bäcker – irgendwann das Kochen für sich entdeckte. Nachdem er zweieinhalb Jahre in Mallorcas Fünf-Sterne-Hotel Marriott im Food&Beverage-Bereich Erfahrung gesammelt hatte, machte er sich selbstständig.

Popp wagt etwas, mixt Exotisches mit Traditionellem. Das Doradenfilet etwa kombiniert er mit einer Curry-Birnen-Pasta an Rotweinsauce (16,50 Euro), das Hühnchen wird mit Frischkäse und Walnüssen gefüllt (15,90 Euro) und das Entrecôte wird von Gemüsestrudel und Olivensauce (17,90 Euro) begleitet.

Es kann auch vorkommen, dass bei ihm Ente mit Schoko-Chili-Sirup auf die Teller kommt oder dass er Känguru serviert, je nach Marktlage eben. Vorweg böten sich Garnelenklößchen mit Mango-Chutney (8,90 Euro) an oder der gute, alte Cäsar-Salat, mit Römersalat, Croûtons und ordentlich Parmesan (7,50 Euro). Die Nachspeisen sind ebenfalls originell zusammengestellt: Der geeiste Kaiserschmarren präsentiert sich mit Kirschragout (7,50 Euro), die Vanille-Mandel-Mousse (s. Rezept) mit feiner Mango-Sauce (6,50 Euro). Dass es zum Auftakt eines jeden Essens Brot, Oliven, Aioli oder Butter gibt, ist für Popp selbstverständlich. Ihm würde es als „gutem Gastgeber“ niemals einfallen dafür „1,50 Euro zu verlangen“, wie es so viele andere tun.

Ein Menü gibt es im Sense nom nicht. Gegessen wird à la carte. Doch: „Auf Bestellung machen wir alles“, sagt Popp. Und das bedeutet: Auf Wunsch bereitet er für Gruppen auch Lammkeulen, Spanferkel oder Paella zu. Und wer will, kann im Sommer bei ihm auch einen Kochkurs besuchen, der im Patio abgehalten wird.

Dazu gibt es vom Fass – nein, kein Bier aus seinem Heimatort Kulmbach, sondern einheimisches San Miguel. Und auch bei den Weinen geht es spanisch zu. 23 Tropfen stehen auf der Karte, drei davon aus Mallorca, zu Preisen zwischen 10 und 30 Euro die Flasche. Das Glas Wein (0,2 l) kostet drei Euro, das Glas Sekt (0,1 l) 2,50 Euro.

In der Woche trifft man im Restaurant Namenlos viele Deutsche und Briten, am Wochenende zieht es viele Spanier, besonders Mallorquiner, dorthin. „Manchmal haben wir hier rein spanische Abende“, sagt Popp.

Im Winter sorgt ein kleiner Holzofen für gemütliche Wärme, schon im Eingangsbereich sind dicke Scheite gestapelt. Und wer nur auf einen Drink bei Jazz- oder Chill-out-Musik vorbeikommen möchte, kann das getrost tun. Popp hat früher eine Zeit lang in einem kubanischen Lokal in München als Barmann gearbeitet. So sind sie perfekt gerührt und geschüttelt, die Caipirinhas, Mojitos und Piña Coladas im Sense nom.

Sense nom, Bar-Bistro-Restaurant

C/. Ripoll, 48, Llucmajor

Telefon: 971-66 20 34

Öffnungszeiten: täglich außer mittwochs 19 bis 24 Uhr.

Vom 23. bis 28.11. 2008 ist das Lokal geschlossen.

In den angegebenen Preisen ist die Mehrwertsteuer enthalten.

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