Restaurant des Hotels Posada del Marqués in Esporles

30.03.2009 | 19:29
Christian Denz mit selbst gepflückten Wildkräutern.
Christian Denz mit selbst gepflückten Wildkräutern.

Vom Ortskern in Esporles schlängelt sich die schmale Straße vier Kilometer weit nach oben. Der Ausblick wird mit jeder Kurve besser, und um ein Haar hätte man die Einfahrt zum Hotel Posada del Marqués verpasst. Wer dann durch das alte Eingangstor mit dem Wappen tritt, kann ein „Boah“ kaum zurückhalten – so großartig ist das Panorama vor der Hotelterrasse.

Bevor der Gast sich wieder beruhigt hat, steht schon Küchenchef Christian Denz an seiner Seite und fragt, ob es ein Tisch im Freien oder im Restaurant sein darf. Nun heißt es – für alle, die zum ersten mal hier oben sind – keinen Fehler zu machen. Denn so schön der Ausguck in das Es-Verger-Tal bis nach Palma ist – auch das Restaurant „Sa Tafona“ (70 Plätze), in der original erhaltenen ehemaligen Ölmühle, sowie das mit Antiquitäten bestückte Mittagsrestaurant (30 Plätze) sind einen Besuch Wert.

Doch es gibt eine Lösung. Aperitif und Vorspeise genießt man auf der Terrasse mit 40 Sitzplätzen, und für den Hauptgang ist ein Tisch unter den Deckengewölben der über 300 Jahre alten Finca reserviert. So einfach ist das.

„Die Idylle und Ruhe an diesem Ort verbinden wir mit einer europäischen Küche“, sagt Christian Denz, der zusammen mit Carina Rupp seit drei Jahren die Gastronomie im Posada del Marqués führt. Gekocht wird vorzugsweise mit frischen, natürlichen Produkten, die mit Kräutern der Tramuntana verfeinert werden. Dazu gehören Erbsen- und Fenchelkraut, Oregano, Salbei, Minze und Vogelmiere, die rings um das Hotel wild wachsen. Alles, was man von der Natur geschenkt bekommt, sollte man auch nutzen, findet Christian Denz, der die Kräuter morgens selbst pflückt. „Wir setzen damit auch eigenen Hierbas-Schnaps an.“

Die Liebe zum Produkt entdeckte der 32-jährige Koch aus Heilbronn, wo er 1993 seine Ausbildung machte, bevor er unter anderem in Hotel-Restaurants der Ritzi- und Hilton-Kette arbeitete. „Ich koche bodenständig und einfach, ohne große Experimente“, sagt Christian Denz. „Und ich möchte das Produkt geschmacklich – so gut es geht – heben, etwa mit Kräutern oder Knoblauch.“ Noch ein Grundsatz: Das Preis-Leistungs-Verhältnis muss stimmen. Einen Steinbutt für 30 Euro, der auf dem Teller anschließend 45 Euro kosten würde, kommt ihm nicht in die Küche. Um Portemonnaie und die Umwelt zu schonen, greift er auf Zuchtfische zurück.

Seine Stammgäste wissen sein Konzept zu schätzen – und zu schmecken. Zum Beispiel das Vier-Gang-Kräutermenü: Auf ein Carpaccio von Oktopus an Koriandervinaigrette und Wildkräutersalat aus dem Es Verger (12,50 Euro) folgt eine Vichysoisse von mallorquinischem Ziegenkäse mit Rosmarin (7,50 Euro), bevor das Filet vom Loup de Mer im Fenchelsud mit sonnengereiften Tomaten (22 Euro) serviert wird. Und zum Nachtisch darf man sich auf gratinierte Himbeeren mit Zitronensabayone freuen (7,50 Euro). Jedes Gericht aus den insgesamt drei Menüvorschlägen lässt sich auch einzeln ordern, jeden Sonntag gibt‘s außerdem ein Drei-Gang-Überraschungs-Menü für 22 Euro (nur mit Reservierung). In der Weinkarte findet man ausgesuchte Tropfen von namhaften mallorquinischen sowie einigen internationalen Winzern (Glas ab fünf Euro, Flasche bis 190 Euro).

Und wer zaubert die kunstvollen Schokoladenverzierungen auf die Dessert-Teller? „Unser Koch René Temper“, erzählt Christian Denz. „Vor seiner Ausbildung am Herd wollte er eigentlich Kunst studieren.“ Nun kann er mit seinen freihändig gemalten Teller-Werken die Gäste in der Posada del Marqués überraschen. Die Blätter und Ornamente zeichnet er am Abend mit flüssiger, warmer Schokolade vor, die rote Fruchtsauce wird aber erst kurz vor dem Servieren eingefüllt, damit sie nicht zerläuft.

Restaurant Posada del Marqués in Esporles, geöffnet 13 - 15.30 Uhr und 19.30 - 22.30 Uhr, Tel.: 971-61 12 30.

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