´Es Ginebró´ in Inca: Die vegetarische Rettung

Das Lokal ist das einzige offiziell zertifizierte Öko-Restaurant Mallorcas

29-07-2010  
Einfach, aber gemütlich mit Bambus und Gartenbildern eingerichtet: das Es Ginebró.
Einfach, aber gemütlich mit Bambus und Gartenbildern eingerichtet: das Es Ginebró. Foto: Martina Zender

MARTINA ZENDER Manchmal nimmt das Leben erstaunliche Wendungen – so wie im Fall von Juan Coll Rayó (62). Er begann als Fleischer im Betrieb seiner Eltern und aß wie die meisten Menschen gerne Sobrassada und ein gutes Stück Fleisch. Er wurde Koch, gründete einen Catering-Service in den 70er-Jahren, eröffnete 1990 ein Restaurant in Lloseta und wechselte 1995 nach Inca.

Doch dann hatte er jahrelang schwere gesundheitliche Probleme. Kein Arzt konnte helfen, bis ein Heilpraktiker ihm als zusätzliche Therapiemaßnahme zum Umstieg auf vegetarische Kost riet, um den Körper zu entgiften – „meine Rettung", wie Coll erzählt. Das war 1998. Coll wurde wieder gesund und bot nun in seinem Restaurant auch vegetarische Gerichte an – mit Erfolg.

2003 schließlich eröffnete er nahe dem Bahnhof in Inca das „Es Ginebró", ein rein auf vegetarische und zudem ökologische Kost spezialisiertes Restaurant. Die meisten Grundprodukte kommen aus dem eigenen Garten, in dem nahezu alles wächst, was er für das täglich wechselnde viergängige Menü benötigt (11 Euro mittags, 14 Euro abends). Der Reis kommt von einer Kooperative aus dem Ebro-Delta, viele Bio-Getränke aus Deutschland („da seid ihr führend").

Das Ginebró ist nicht das einzige vegetarische Restaurant der Insel, aber das einzige von den Behörden zertifizierte. Gleiches gilt auch für den Garten. „Regelmäßig kommen Inspektoren und machen Analysen, bevor sie das Zertifikat erneuern."

Obwohl ihm nach der Genesung sein Arzt bescheinigte, er könne wieder alles essen, blieb er überzeugter Vegetarier. „Zum einen, weil es mir gut schmeckt, ich nichts vermisse, und zum anderen, weil ich mich so fit fühle wie noch nie."

Seine Frau, anfangs eher aus praktischen Gründen solidarisch („sie wollte schlicht nicht immer doppelt kochen"), ist ebenfalls mit Lust dabei und kümmert sich vorzugsweise um die süßen Sachen. Nur Tochter Maria, die dem Vater gleichfalls im Lokal hilft und für den Service zuständig ist, gibt ihren Kindern auch Würstchen und isst selbst eines.

„Man kann mit dem gleichen Produkt sehr viele unterschiedliche Gerichte zubereiten", sagt Coll – und gibt dieses Wissen ab und an auch in Kochkursen weiter. Seine Gäste sind bunt gemischt: Alte und Junge, Geschäftsmänner, Tattoo-Girlies und deutsche Residenten. Gerade mal die Hälfte davon sind Vegetarier, wie eine kleine spontane Umfrage ergibt. Schmecken tut es allen gut.

Alles Öko
Es Ginebró, geöffnet Mo - Sa 12.45 - 16 Uhr, 20 - 23 Uhr.
C/. Bisbe Llompart, 119, Inca, Tel.: 971-50 02 09.

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