Romantisch tafeln in einem alten Adelssitz auf Mallorca

Son Gual: Wo Chopin Olivenöl schnorrte und heute nicht nur Hochzeitspaare feiern

01-07-2010  
Maria Vanrell, die Grande Dame von Son Gual.
Maria Vanrell, die Grande Dame von Son Gual. Foto: Martina Zender

MARTINA ZENDER Kinder laufen fröhlich umher, ein Entertainer sorgt für Unterhaltung, es tafelt eine gut gelaunte Gesellschaft – beim Besuch im Son Gual platzen wir mitten hinein in eine Kommunionsfeier. Doch die Restaurant-Gäste können in Ruhe speisen, das Anwesen ist groß, die Feier findet im angrenzenden Saal statt. Und der Service kümmert sich um alle gleichermaßen gut.

Eine Suche nach den Parametern Restaurant, Klassik, Qualität, Romantik und Mallorca würde wohl zwangsläufig hierhin führen – wohlgemerkt nicht auf den relativ neuen Golfplatz, wo man im Clubhaus ebenfalls gut speist, sondern in dieses Restaurant in einem geradezu majestätisch wirkenden gleichnamigen Adelssitz aus dem 17. und 18. Jahrhundert, kurz hinter Establiments gelegen und gerade mal zehn Autominuten von Palma entfernt.

Früher beherbergten die Räumlichkeiten eine Ölmühle. Im Winter 1838 besuchte sie auch Frédéric Chopin, der vor dem legendär kolportierten Aufenthalt in der Kartause von Valldemossa mitsamt seinem Anhang im nahe gelegenen Son Vent in Establiments wohnte. Der nicht ganz so betuchte Künstler schnorrte sich damals im Son Gual angeblich Olivenöl und ließ sich von den Arbeitern gerne zum Frühstück einladen ...

Aus der Mühle wurde dann vor mehr als fünf Jahrzehnten ein einfaches Barbecue-Restaurant, wobei vor allem die untere Terrasse als Grillplatz und Lokal diente. Eine populäre Gastwirtschaft, aber längst nicht dem hochherrschaftlichen Stil des Anwesens angemessen. Vor 19 Jahren übernahmen dann Maria Vanrell (heute 62) und ihr Mann Pepe Darder (65) das Ruder und schufen ein zauberhaftes, gehobenes Restaurant. Etwas für anspruchsvolle Genießer mit Sinn für historische Atmosphäre, prominente hiesige und internationale Persönlichkeiten inklusive.

An den hier einst Tee trinkenden Michael Douglas erinnert sich Maria Vanrell genauso gerne wie an den lustvoll speisenden Milliardär Richard Branson, obgleich sie beide auf den ersten Blick nicht erkannte. Immobilienunternehmer Matthias Kühn feierte hier den Geburtstag seiner Mutter, und ­Hotel-Magnat David Stein (Gran Hotel Son Net) kam häufiger, um hier den „Zackenbarsch mallorquinischer Art" (18 Euro) zu essen, einen Klassiker der Küche.

Die ausgefeilten, aber letztlich traditionell zubereiteten Speisen mit der nie fehlenden Petersilien-Dekoration stammen von Chefkoch Miguel Camaño. „Er hat mit uns zusammen das Lokal eröffnet und steht bis jetzt zu unser aller Zufriedenheit am Herd." Eine Kontinuität, die für sich spricht – das Team vom Son Gual ist eine kleine eingeschworene Truppe.

Die Karte ist beständig, so wie die vielen Stammgäste, die seit Jahren gerne „Mandelcremesuppe" (10 Euro), gemacht aus fincaeigenen Mandeln, „Ente an Orangensauce" (16 Euro) oder „Spanferkel à la Son Gual" (22 Euro) essen und das Ambiente genießen wollen.

Und das gibt einiges her: innen Natursteinwände, dekoriert mit antiken Gerätschaften als Erinnerung an frühere Zeiten; Gewölbe-Nischen für das romantische Dinner zu zweit; außen ein lauschiger Patio, eingerahmt von beeindruckend leuchtender Bougainvillea sowie eine große Aperitif-Terrasse mit Ausblick ins Tal. Kein Wunder, dass hier auch Feiern ausgerichtet werden. Dabei geht man bei aller Klassik mit der Zeit: „Ob traditionell oder modern im Chill-out-Lounge-Look, wir arrangieren alles so, wie es unsere Gäste wünschen", ergänzt Joana Maria Darder (38), die seit drei Jahren ihre Eltern unterstützt.

Tafelfreuden im Son Gual:
Öffnungszeiten: Di - Sa 13 - 15 Uhr, 19.30 - 22.30 Uhr, So 13 - 15.30 Uhr.
Ctra. Palma-Puigpunyent, km 6, Puigpunyent, Tel.: 971-79 02 05, www.fincasongual.com

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