Die jungen Männer und ihre Drinks

Die Bar Hemingway in der Carrer Fàbrica führt mehr als 100 Cocktails. Langweilig wird es an der Theke nie

01-09-2011  
Sergio Toffoli empfiehlt ganz im Stile von Ernest Hemingway einen Daiquiri
Sergio Toffoli empfiehlt ganz im Stile von Ernest Hemingway einen Daiquiri Foto: Martina Zender

MARTINA ZENDER Ein heißer Tag. Zeit für ein Getränk. Die Terrasse der Bar lockt, aber es wird der Hocker an der Theke. Frank Sinatra singt von einer Lady, die ein Tramp ist, gegenüber sind Hunderte von Flaschen aufgereiht. Wer die Wahl hat …

Die Bar Hemingway wurde benannt nach dem großen Schriftsteller, der vorzugsweise Daiquiris und Mojitos genoss. Barkeeper übertrafen sich darin, ihm immer neue Drinks zu kreieren. Der Daiquiri ist auch der Favorit von Sergio Toffoli (28), Barkeeper und gleichzeitig einer der drei Besitzer. Aber auch die Anhänger des Gins kommen auf ihre Kosten: 64 verschiedene Sorten und Aromatisierungen, beispielsweise mit Kardamom, Koriander oder Kaffeebohnen, hat Toffoli im Angebot. „Ein Daiquiri hingegen hat drei Zutaten – Rum, Limettensaft und Flüssigzucker. Da die richtige Balance zu finden, ist eine Kunst." Sagt´s und mixt sich selbst einen. Mitte April haben die drei erfahrenen italienischen Barmänner ihr Refugium für stilvolle Genuss-Trinker in der autobefreiten Carrer Fàbrica eröffnet. Die Gin Tonics kosten 6,50 bis 12 Euro, alle anderen Cocktails 6 bis 9 Euro. Über 100 stehen zur Auswahl. Eine Hilfe sind die Beschreibungen auf der Karte.

Cocktailkurse und Gin-Degustationen finden aktuell noch bei „Cocinaria" (www.cocinaria.es)statt, aber „irgendwann wird es auch eine zeitliche Lücke bei uns geben". Wer hungrig ist, wird ebenfalls nicht enttäuscht – Nudelgerichte, Carpaccio, Tatar, Käse- und Wurstplatten, ein paar Fleischgerichte. „Meine 84-jährige Großmutter kommt mich demnächst besuchen und wird unserer Köchin noch ein paar italienische Gerichte beibringen. Nichts Großartiges, sondern einfache Speisen, mit Oma-Gespür."

Diego Vecchione (40) und Ivan Riva (43), Toffolis Partner, sind „im Service oder widmen sich der Weinberatung, obwohl sie beide erstklassige Barmixer sind. Ivan war sozusagen mein Lehrmeister." Sergio ist der Jüngste. Sein Enthusiasmus ist noch frisch, seine Neugier groß, seine Mixbegier immens. Er weiß viel, kann erklären, warum die Bloody Mary eben Bloody Mary heißt und erzählt von spannenden, zukünftigen, weiteren Bars. An der Theke wird´s nie langweilig. Ein Ort zum Wohlfühlen – nicht nur an heißen Sommertagen.

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