Vom Teufel geküsst: Flamenco-Legende Farruquito in Palma

17-07-2008  
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Wegen Fahrerflucht verurteilt und noch im offenen Vollzug: Flamenco-Tänzer Farruquito.
Wegen Fahrerflucht verurteilt und noch im offenen Vollzug: Flamenco-Tänzer Farruquito. Veranstalter

NINA KUSCHNIOK Er ist ein Begnadeter und war ein Verdammter. Früher hätte man gesagt: Er ist mit dem Teufel im Bunde. Die Rede ist von Juan Manuel Fernández Montoya, bekannter als Farruquito, einer der besten Flamencotänzer der Gegenwart. Am 24. Juli wird er in der Palma Arena zum ersten Mal nach jahrelanger Tanz-Abstinenz wieder eine spanische Bühne
betreten.

Farruquito hat den duende, den Zauber des Flamenco. Kaum ein anderer tanzt so düster, elegant, leidenschaftlich, unbändig, stolz und temperamentvoll wie der Sevillaner. Er ist mit dem Flamenco aufgewachsen, kam 1982 als Spross der Farruco-Dynastie zur Welt, einem Gitano-Clan, begründet von seinem Großvater Antonio Montoya Flores, schon er ein Tänzer. Farruquitos Vater ist der Flamencosänger Juan Fernández Flores, seine Mutter die Tänzerin Rosario Montoya Manzano. Tanten, Onkel, Geschwister: Alle sind bailaores y cantaores, Tänzer und Sänger.

Und so tanzt Farruquito seit seiner Kindheit. Mit fünf Jahren trat er bei einer Show am Broadway auf, mit zehn begeisterte er zusammen mit seinem Großvater das Publikum bei der Weltausstellung in Sevilla, mit zwölf hatte er einen Auftritt in Carlos Sauras filmischer „Flamenco"-Hommage.

Mit 15 dann seine erste eigene Show, „Raíces Flamencas" - und die gleich in der Royal Festival Hall in London. Seither entwickelt er seine ganz eigene und zugleich zutiefst in der Tradition verwurzelte Tanzsprache - und wird dafür auch international überschwänglich gefeiert. Die „New York Times" bezeichnet ihn 2001 nach einem Auftritt als den besten Tänzer, der jemals den Big Apple betreten habe.

Doch Bündnisse mit dem Teufel, das ist bekannt, haben ihren Preis. Am 30. September 2003 fährt Farruquito in seinem BMW mit erhöhter Geschwindigkeit durch die Straßen von Sevilla. Er übersieht eine rote Ampel und überfährt einen Fußgänger, Benjamín Olalla. Farruquito begeht Fahrerflucht, Olalla stirbt, Farruquito versucht alles zu vertuschen. 2005 wird er von einem Gerichtshof in Sevilla verurteilt, das Strafmaß wird später auf drei Jahre Haft festgelegt. Im Januar 2007 geht er ins Gefängnis, seit März ist er im offenen Vollzug.

Nun hat er offenkundig eine Sondergenehmigung der Gefängnisleitung, um wieder zu tanzen. Die Show in Palma ist der Auftakt einer Spanien-Tournee. Verdammt und begnadet wird er sich dem Publikum mit „Puro Farruquito" stellen, einem Programm mit noch weiteren 15 Musikern und Tänzern. Es geht darin um die Geschichte des Flamenco und seiner strengen Formen. Und natürlich um ihn, Farruquito.

Puro Farruquito. Flamenco. 24. Juli, 22 Uhr, Palma Arena, C/. Uruguay, Palma. Karten von 30 bis 60 Euro. Verkaufsstellen: Casino de Mallorca (971-13 00 00), Xocolat Center (971-71 33 16), Discos Oh! (971-46 68 62), Discos Gong (971-40 57 41 / 971-71 36 33). Die Kasse an der Palma Arena ist zwischen 18 Uhr und 21 Uhr geöffnet.

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