Sa Taronja, Andratx: Aus Lust an der Kultur

31-07-2008  
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Nina Krüger-Schmales ýFesselburka" ist ganz nach dem Geschmack von Sa-Taronja-Chefin Tina Horne (re.).  Nele Bendgens

Wo früher 8.000 Hühner in drei 70 Meter langen Hallen gackerten, arbeiten heute Künstler in ihren Ateliers. Wenn das Kulturzentrum Sa Taronja in Andratx nicht die Unterstützung seiner Mitglieder hätte, wäre die ehemalige Hühnerfarm wahrscheinlich schon einem modernen Wohnblock gewichen. Vor allem aber hat Sa Taronja durch das Engagement von Tina Horne überlebt. Die gebürtige Britin, die 20 Jahre in Kanada als Dokumentarfilmerin arbeitete, übernahm vor drei Jahren die Leitung der Einrichtung und stellt seitdem ein vielseitiges Programm auf die Beine.

NINA KUSCHNIOK So auch diesen Sommer. Vom 8. bis 10. August verwandelt sich das Theater und die Außenbühne in eine Hochburg des Jazz. Jan Kobrzinowski, Musikmanager des Kulturzentrums, hat vier internationale Bands eingeladen, darunter das Trio um den kubanischen Bassisten Alain Pérez (8.8., 22 Uhr), das aus Madrid Cuban Jazz mitbringt. Am Samstag kommt Yakou Tribe aus Berlin (9.8., 22 Uhr). Die vier Musiker bieten Groove und Funk mit deutschem Hauptstadt-Flair. ýManchmal fühlt man sich in Soundtracks von Wenders und Tarrantino versetzt", meint Kobrzinowski. Der Sonntag startet mit einem Jazz-Brunch mit Wonderbrass (ab 13.30 Uhr), die als einzige echte Brassband Mallorcas gilt. Zum Abschluss spielt das Quintett Saxconnection Mallorca ýMainstream vom Feinsten", so Kobrzinowski (10.8., 22 Uhr).

In einer weiteren Halle sind bis zum 24. August Arbeiten von Nina Krüger-Schmale und Manfred Schmale zu sehen. Die Berliner Künstlerin stellt unter dem Titel ýVerhüllung und Entblößung" ihre selbst genähten Burkas vor. In ihren Werken kritisiert Krüger-­Schmale ironisch und sarkastisch den Verhüllungszwang im Islam. So zeigen Fotos, wie die Künstlerin in einer Burka gegen einen Laternenpfahl läuft. Mit ähnlichem Schalk hat auch ihr Mann seine Aktbilder gezeichnet.

Horne kommt diese Art der Kunst entgegen. ýWir wollen keine hochintellektuelle Kunst bieten. Was wir machen, soll Spaß bereiten." Dementsprechend können die 270 Mitglieder auch am Wochenende die Bühne für Kinderfeste gratis nutzen und erhalten Ermäßigungen im Restaurant und bei Veranstaltungen.

ýWir brauchen unsere Mitglieder. Ohne sie gäbe es Sa Taronja nicht." Horne hofft, noch mehr Menschen an das Zentrum zu binden - Mallorquiner und Ausländer. ýBei uns sollen sich die verschiedenen Gruppen kennenlernen, Neu­immigranten von den Philippinen, aus Polen, aus Marokko." Und um die Völkerverständigung perfekt zu machen, findet am 2. August ein Konzert der Gruppe Banasanou (21.30 Uhr) statt, zu dem es typisch senegalesisches Essen geben wird. Am 15. August (21.30 Uhr) macht die Gruppe Barnakúsitka Weltmusik. Ab September sollen Multikulti-Wochenenden gefeiert werden, bei denen die jeweiligen Volksgruppen ihre Musik und traditionelle Gerichte ihrer Heimat vorstellen.

Bei solchen punktuellen Ereignissen können Horne und ihr Team auf weitere Gelder von der Gemeinde Andratx hoffen. Es fehlt an kontinuierlichen Subventionen, mit denen beispielsweise eine Sekretärin eingestellt werden könnte. Immerhin sind die Finanzspritzen der Gemeinde in den vergangenen vier Jahren von 500 Euro auf 11.000 Euro gestiegen. ýAber man darf nicht wirklich damit rechnen. Erst nach 18 Monaten kommt die Unterstützung bei uns an." Da ist es umso wichtiger, dass die Mitglieder sich weiterhin wie zu Hause fühlen.

Sa Taronja, C/. Andalucía, 23, Andratx, Tel.: 971-23 52 68.

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