Nicolas Payton: Der Löwe aus New Orleans

07-08-2008  
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Will sich nicht festlegen: Nicholas Payton.  Archiv

MARTIN BREUNINGER Sie sind jung und erfolgreich, haben schon früh auf sich aufmerksam gemacht und meist eine Universität besucht, und sie werden die "jungen Löwen" genannt. Nicholas Payton, der Trompeter aus New Orleans, der am 13. August mit seinem Trio in Sa Pobla spielt, war einer von ihnen. Die "Young Lions" sind eine Gruppe von Jazz-Musikern, die sich den Trompeter Wynton Marsalis zum Vorbild genommen und dem New Bop verschrieben haben, einer Musikrichtung, die sich bewusst von Stilen wie dem Free Jazz und dem Fusion Jazz abwandte und auf den "guten , alten" Hard Bob der 50er Jahre zurückgriff.

Aber der "junge Löwe" aus New Orleans ist gewachsen, passt in keinen Käfig mehr und in eine Schublade schon gar nicht. Payton wäre nicht Payton, wenn er sich so einfach auf einen Stil festnageln ließe. Lieber folgt er seiner Leitlinie, die da lautet: "Ich bin nicht darauf aus zu beeindrucken, und mir macht es auch nichts aus, dass es manche Leute ärgern könnte, was ich spiele. Ich möchte Musik schreiben und spielen, die für mich spricht, die mir etwas bedeutet und mich begeistert."

Payton erblickte im September 1973 das Licht der Welt. Bereits im Kleinkind-Alter saß er unterm Klavier und hörte zu, wenn sein Vater Walter, ein Bassist und Tuba-Spieler, mit seiner Band probte. Gerade mal vier Jahre war er alt, als er zur Trompete griff, und als Neunjähriger stand er neben seinem Vater in der Young Tuxedo Brass Band.

Payton war nicht nur ein Frühentwickler, sondern auch ein Frühverdiener. In seiner gesamten Schul- und Studienzeit trat er als Halbprofi auf. So tourte er etwa mit zwölf Jahren mit der All Star Jazz Band von Festival zu Festival in den Vereinigten Staaten und in Europa. Trotz seines frühen Einstiegs in die Jazz-Szene zog Payton in aller Ruhe seine Ausbildung als Musiker durch. Nach der Schule studierte er zunächst am New Orleans Center for Creative Arts und dann an der University of New Orleans.

Einer breiteren Öffentlichkeit machte sich Payton Anfang der 90er Jahre in New York bekannt. Beeindruckt von dem Spiel seines jungen Kollegen, setzte der künstlerische Leiter des Lincoln Centers, der ebenfalls aus New Orleans stammende Wynton Marsalis, Payton regelmäßig auf das Veranstaltungsprogramm des Hauses.

Zugleich veröffentlichte Payton seine ersten CDs. Ausgangspunkt war der traditionelle Jazz unter anderem mit Musik von Louis Armstrong. Dabei spielte er auch mit renommierten Musikern wie Art Blakey, Elvin Jones, Milt Jackson und Ray Brown. Für sein Album mit der Trompeter-Legende Doc Cheatham, das ebenfalls Musik von Louis Armstrong enthält, wurde Payton 1997 mit dem Grammy ausgezeichnet.

War bis dahin alles seinen traditionellen und seinen Hard-Bop-Weg gegangen, zeigte sich Payton im Jahr 2003 zum Entsetzen mancher Fans mit seiner CD "Sonic Trance" von einer ganz anderen Seite - eine Seite, die mit Elementen des Hip-Hop, der elektronischen Musik und Klangeffekten gespickt war.

Dass aus dem jungen ein emanzipierter Löwe geworden war, unterstrich Payton auch durch seine Tourneen und Aufnahmen mit dem San Francisco Jazz Collective, mit dem er in den vergangenen zwei Jahren auch auf Mallorca gastierte. In einem Interview begründete er seine Richtungswechsel und seine Vielseitigkeit einmal damit, dass er für den Rest seiner beruflichen Laufbahn nicht nur auf einen Stil festgelegt sein wolle. "Ich liebe den Jazz, aber ich mag Veränderungen und möchte die Musik voranbringen."

Bei allen Unterschieden setzt Payton auf einen gemeinsamen Nenner, den er als die Wurzeln des Jazz bezeichnet: der Groove, jener Rhythmus, der die Musik tanzbar macht und swingen lässt. Experimentieren habe durchaus seine Vorteile, ist er überzeugt, aber den Groove solle man stets beibehalten. Irgendwo in Payton faucht eben immer noch ein Löwe.

Das Konzert am 13. August beginnt um 22.30 Uhr auf der Plaça Major. Der Eintritt ist frei.

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