Mallorca Live Festival: fast noch besser als Morcheeba

Am 29. und 30.4. präsentiert sich in Son Fusteret auch die Musikszene der Insel. Wir stellen drei dieser Acts vor

26.04.2016 | 14:11
The Wheels spielen am Samstag auf dem Mallorca Live Festival
The Wheels spielen am Samstag auf dem Mallorca Live Festival
Mikrophone
The Wheels
Jaume Mas

Natürlich sind es die internationalen Stars wie Skye und Ross von Morcheeba, Booka Shade oder Capsula, die einen Großteil des Publikums am 29. und 30.4. aufs Mallorca Live Festival in Son Fusteret locken werden. Aber die beiden Tage sind auch eine ausgezeichnete Gelegenheit, um sich von der Vielfalt der mallorquinischen Musikszene zu überzeugen. Neben alten Hasen wie Dinamo, Gran Orquestra Republicana, Satellites oder Henteligens bespielen auch viele jüngere Bands die drei Bühnen, die nach den Musikrichtungen Indie, Elektro und World Music aufgeteilt sind. Wir stellen eine Band jeder Sparte vor.


Zurück in die 60er: The Wheels (Samstag, 20.25 Uhr)

„Wir sind wie die Tramuntana“, schreibt die Rockband The Wheels aus Sóller auf ihrer Homepage etwas verklausuliert, „manchmal lebhaft in reicher Vegetation mit sintflutartigen Flüssen, manchmal steinig, kahl und einsam.“ Die fünf Musiker spielen seit sechs Jahren zusammen und sind alle unter 25. Wie in einigen Teilen der Musikszene verbreitet, huldigen sie dem Rock der 60er- Jahre wie einem haarigen Götzen.

Was bei den meisten Bands dieser Glaubensrichtung zu einem Komplettstopp in Sachen Kreativität und Innovation führt, klingt bei The Wheels aber tatsächlich frisch. Dazu trägt die raue Stimme von Sänger Guille Borrás bei, aber auch die Betonung der psychedelischen Aspekte der Rockmusik von vor fünfzig Jahren.

Dass die Jungs talentiert sind, haben mittlerweile auch die Menschen außerhalb Mallorcas gemerkt. Im Februar hat die Band ein Konzert für den nationalen Kulturradiosender Radio 3 eingespielt.


Der Fernseh-Rastaman: Jaume Mas (Samstag (18.40 Uhr)

Castingshows im Fernsehen sind eine zweischneidige Sache. Wirkliche Stars kommen selten dabei raus, der musikalische Wert ist meistens nicht größer als der Vitamingehalt bei Ahoj-Brause. Vor allem für richtige, aktive Musiker ist die Gefahr groß, auf der Suche nach Erfolg unterzugehen. Jaume Mas aus Pollença – in der mallorquinischen Reggaeszene auch als Abu Ensi bekannt – hat es trotzdem versucht und 2013 an der spanischen Variante von „The Voice“ teilgenommen (La Voz). Er belegte immerhin den dritten Platz.


Dabei ist Mas weit entfernt von all den letztlich dann doch austauschbaren Stimmwundern mit ihrem vier Oktaven breiten Notenspektrum. Der Reggaefan mit den fast schon aufdringlich klischeehaften langen Dreadlocks überzeugte eher durch seinen Charme und den Mut, Straßen-Saxofonisten-Standards wie „Bésame mucho“ im Reggae-Gewand vor dem votierenden Fernsehpublikum zu präsentieren.

Im vergangenen Jahr veröffentlichte er sein erstes Album „Creer es crear“. Darauf spielt der 33-Jährige eigene Songs, so wie er es als Abu Ensi auch gemacht hatte.


Improvisiertes Elektro: Mikrophone (Freitag, 20.30 Uhr)

Mikrophone ist eine der besten Livebands, die man zurzeit auf Mallorca sehen kann. Der mallorquinische Musiker Miquel Moll hat die Band vor drei Jahren als Solo-Projekt begonnen. Seine Post-Rock-Band Poal hatte sich gerade aufgelöst. So begann er, mit Musik auf dem Computer zu experimentieren. „Eigentlich wollte ich nur ausprobieren, ob ich die Musik einer kompletten Band alleine produzieren kann.“ Das Er- gebnis war das Album „Looking Foward“, das 2013 erschien.

Im Laufe der Zeit holte er sich den Gitarristen Faust Morell und den Bassisten Toni Brasil mit ins Boot. Die von Rock, Hip-Hop und Elektro beeinflussten Shows bestehen dabei zum großen Teil aus Improvisation. „Ich spiele die Beats live ein, das gibt mir die Freiheit, mit den anderen beiden zu interagieren“, sagt Moll. Mikrophone ist zu einem wichtigen Vertreter einer Szene instrumentaler Bands auf den Balearen geworden, die in letzter Zeit immer mehr Beachtung findet und zu der auch Bands wie F/E/A oder die ibizenkischen Sonora gehören.

Dass sie sich nicht auf einen Sound festschreiben lassen, empfindet Moll dabei als Vorteil. „Wir lassen uns nicht so leicht einordnen“, sagt der 36-Jährige. „Wir passen ebenso auf ein Rockfestival wie auf eine Elektro-Party. Das öffnet uns viele Türen.“ Im Mai will die Band erstmals zu dritt ins Studio gehen, um das zweite Album einzuspielen. Zudem soll noch in diesem Jahr eine Sammlung von Remixes erschei- nen, die Moll für andere Bands ge- macht hat.

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