Danny DeVito: Ein Star zum Anfassen

Drei Tage lang entzückte der US-Schauspieler das mallorquinische Publikum

08.11.2016 | 14:38
Pie: So wurde Danny DeVito in Palma empfangen.

Der mallorquinische Wein schein es Danny DeVito angetan zu haben. Zumindest zweimal bringt er bei seinem dreitägigen Besuch auf der Insel den gleichen Spruch: „Mallorca ist großartig. Ich stehe um zehn Uhr morgens auf und beginne, den Wein zu trinken."

Der 71-Jährige DeVito war der Ehrengast beim Evolution Mallorca International Film Festival, das an diesem Samstag zu Ende geht. Zur Eröffnungsfeier im Teatre Principal erschien er am Donnerstag (3.11.) gut gelaunt und mit Baseballkappe auf dem Kopf, um den „Evolution Honorary Award" für sein Lebenswerk in Empfang zu nehmen. Der mallorquinische Regisseur Marcos Cabotá erinnerte in seiner Laudatio an die Anfänge des Schauspielers aus New Jersey, der seinen Job im Schönheitssalon seiner Schwester aufgab, um an die Filmschule nach New York zu gehen.

Danny DeVito bedankte sich in einer kleinen Rede und stellte eine Verbindung zwischen einer seiner ersten Erfolge – der Fernsehserie „Taxi"– und der Insel her, die er zum letzten Mal vor 25 Jahren in Begleitung von Michael Douglas besucht hatte: „Weiß jemand noch wie mein Charakter in ´Taxi´ hieß?" Der Saal blieb stumm. „Er hieß Louie de Palma."

Hatte er als Ehrengast ganz vorne im Teatre Principal Platz genommen, ging es am nächsten Nachmittag in einem der Säle von CineCiutat in die letzte Reihe. Im Rahmen eines Kurzfilmblocks präsentierte DeVito seinen Kurzfilm „Curmodgeons", in dem es um einen Heiratsantrags zwischen zwei alten, unaufhörlich fluchenden Männern in einem Altersheim in Brooklyn geht. DeVito hat ihn zusammen mit seinen Kindern Jake und Lucy gedreht.

Hier sehen Sie den kompletten Kurzfilm, den Danny DeVito im Cineciutat vorgestellt hat:


Curmudgeons from Jersey 2nd Avenue on Vimeo.



Schon zuvor, am Vormittag, hatte DeVito sich bei einem Besuch der Kathedrale zusammen mit seinem Sohn Jake volksnah gezeigt und bereitwillig mit Passanten für Selfies posiert. Ebenso geduldig und gut gelaunt plauderte er dann über seinen Kurzfilm. „Es war eine großartige Erfahrung mit meinen Kindern zu drehen. Aber Sie wissen ja: Sobald Ihre Kinder geboren sind, sind sie es, die sagen, wo es lang geht." Gegen Ende der gut 20-minütigen Fragerunde erkundigte sich jemand aus dem Publikum noch danach, was der Filmtitel „Curmudgeons" bedeute. „Nun, im Grunde ist es das, was mal eines Tages aus uns allen wird: ein Haufen alter Bastarde."

Einen letzten Auftritt hatte DeVito am Samstagabend. Eigentlich hätte sein Film „The War Of The Roses" im Autokino in Port Adriano gezeigt werden sollen. Doch eine Sturmwarnung ließ es ratsam erscheinen, die Vorführung ins CineCiutat zu verlegen. Dort erschien DeVito kurz vor der Vorstellung und erzählte, er sei eines Tages ins vollkommen verdreckte Auto des Drehbuchautors Michael Leeson gestiegen, um gemeinsam zum Mittagessen zu fahren. „Es lag ganz viel Müll herum. Plötzlich bin ich auf irgendwas draufgetreten. Ich hob es auf. Es war das Drehbuch zu ´The War of The Roses´. Mein Fußabdruck war drauf. ´Du hast diesen Film nie gemacht´, sagte ich zum ihm." DeVito bat ihn, das Buch übers Wochenende ausleihen zu können und befand es für würdig. Manchmal ist auch Hollywood spektakulär unglamourös.

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