Kulturpolitik: Balearen, Katalonien und Valencia machen gemeinsame Sache

Die am Montag (20.2.) verlesene "Erklärung von Palma" sieht eine enge Zusammenarbeit der Regionen vor

20.02.2017 | 14:15
Ab jetzt nicht mehr nur als Wandbild: Die katalanischsprachigen Regionen machen gemeinsam Kulturpolitik.

Die drei katalanischsprachigen Regionen in Spanien wollen in der Kulturpolitik eng zusammenarbeiten. Das kündigte die balearische Kultusministerin Ruth Mateu am Montag (20.2.) zusammen mit ihren katalanischen und valencianischen Amtskollegen in der sogenannten "Erklärung von Palma" im Museu de Mallorca an.

Demnach soll die Zusammenarbeit vor allem in drei Bereichen verstärkt werden:

  • Der gemeinsame kulturelle Binnenmarkt soll ausgebaut werden. Dazu gehört unter anderem, dass Musiker, Theatergruppen und andere Kulturschaffenden im Rahmen von Austauschen und Konzertzyklen die Möglichkeit bekommen, in den anderen Regionen aufzutreten. Auch die Präsentation von Ausstellungen in allen drei Regionen soll vereinfacht werden. Ein weiterer Punkt sei ein gemeinsamer Katalogs der jeweiligen Landesbibliotheken. Dieser soll noch vor dem Sommer vorliegen

  • Die Sprachpolitik soll gefördert werden. Dazu soll nach Worten des katalanischen Kulturministers Santi Vila auch die Angleichung der Anforderungen für Sprachzertifikate gehören.

  • Die Außendarstellung der hiesigen Kultur soll intensiviert werden. Dies soll vor allem über das bereits existierende Kulturinstitut Ramon Llull geschehen. Ein erster wichtiger Termin für diese Zusammenarbeit ist Anfang April die Kinderbuchmesse in Bologna, wo die katalanischsprachigen Länder offizielles Gastland sind.

Abgesehen von einigen Arbeitspunkten wie etwa dem gemeinsamen Katalog der Bibliotheken gebe es noch keine konkreten Pläne. Diese sollen nun in verschiedenen Komissionen erarbeitet werden. Aufgabe dieser Arbeitsgruppen werde es auch sein, Finanzierungsmöglichkeiten zu erarbeiten.

Kataloniens Kulturminister Vila sagte, es sei das erste Mal in der Geschichte der spanischen Demokratie, dass Regionen mit dem starken gemeinsamen kulturellen und sprachlichen Erbe eine gemeinsame Kulturpolitik vereinbarten. Es sei notwendig, sich in einer globalisierten Welt mit einer starken Sprache und Kultur zu behaupten. /pss

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