08. April 2018
08.04.2018

Rebecca Horn auf Mallorca: Bisweilen abstruse Accessoires

Das Museum Es Baluard zeigt Videoarbeiten der deutschen Künstlerin aus den 70er-Jahren

08.04.2018 | 13:53
Szenen aus den Videoarbeiten im Es Baluard.

Es läuft gerade das Video „Gavin" aus dem Jahr 1971, als eine Schulklasse in den Raum „Gabinete" im oberen Stockwerk des Es Baluard kommt, ganz hinten am Gang.

Schätzungsweise Drittklässler treffen auf Rebecca Horns experimentelle Videokunst aus den 70er-Jahren. Man sieht einen Menschen mit einer Art Afro-Perücke oder Maske, die den ganzen Kopf umschließt. Am Anfang nur von hinten, dann beginnt die Kamera zu kreisen. „Was ist denn das?", quietschen die Kinder entsetzt.


Minimalistische Einrichtung

Das „Gabinete" ist schmucklos eingerichtet. Es gibt eine leder­bezogene Bank, ein Projektor wirft die Bilder in Dauerschleife an die weiße Wand. Am Eingang des Raumes liegt eine Broschüre aus mit einem kurzen Text über die Filme, das Leben und das Werk der berühmten deutschen Künstlerin. Ansonsten ist der Zuschauer den Bildern ohne weiteren Kontext ausgeliefert. Bis die Dauerschleife durch ist, dauert es anderthalb Stunden.

Die Germanistin Alexandra Tacke beschreibt „Gavin" als Untersuchung der Maskerade der Männlichkeit. Wie auch viele der anderen Videos besteht der Film aus langsamen Bildern, in denen Menschen mit diversen, bisweilen abstrusen Accessoires ausgestattet sind. So hüpft Horn selbst in „Einhorn" mit einem überdimensionalen weißen Hut auf dem Kopf durch die Landschaft.

In „Kopf-Extension" wird ein ähnliches Gebilde einem männlichen Kollegen auf den Kopf geschnallt. In einer leeren Berliner Wohnung marschiert Horn mit überdimensionalen Plastikfingern durch einen Raum und kratzt damit an der Wand entlang.


Spiel von Nähe und Distanz

Das Zusammenspiel von Nähe und Distanz, Körperlichkeit und Räumlichkeit – das sind die zentralen Themen. Nur selten driften die Bilder ins Humorvolle, wie etwa bei „Two Little Fish Remember a Dance". Man sieht kleine, orangefarbene Plastikfische, die an Stöckchen bewegt werden. Eine äußerst behaarte Männerbrust dient ihnen als Unterwasser­dschungel.

Die Ausstellung ist zum Stu­dium der frühen Videoarbeiten der 74-Jährigen, die auch ein Haus auf Mallorca hat, sicherlich ein guter Ausgangspunkt. Unterhaltsam ist sie nur in seltenen Momenten, aber darum geht es ja auch nicht.„Das hört ja nie auf", stöhnt ein Mädchen während des Videos.

Rebecca Horn. Films, Es Baluard, bis 14.10.

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