Saus und Braus statt Holzklasse

03-01-2008  
Enviar
Imprimir
Aumentar el texto
Reducir el texto
Knapp 12.000 Euro kostet der Flug mit einer Hawker 400 von Deutschland nach Mallorca. Für das
Privatjet-Unternehmen NetJets zählt Palma zu den wichtigsten Destinationen. NetJets

Billig fliegen ist heutzutage keine große Kunst. Schwieriger ist es, für einen Flug zwischen Mallorca und Deutschland sündhaft tief in die Tasche zu greifen. Schuld am Luxus-Mangel über den Wolken haben die vielen Low-Cost-­Carrier. Die meisten von ihnen haben Business-, Comfort- oder gar First-Class-Sitze aus ihren Fliegern verbannt. Platz gibt es bei den Charter-Airlines nur noch für Economy-Passagiere.

Von Andreas John

Wer einen Flug im Saus und Braus sucht, der wird nur noch bei Linienfliegern fündig. Lufthansa zum Beispiel. Die deutsche Traditionsairline bietet auch auf innereuropäischen Kurzstrecken First-Class-Plätze an. Im Airbus A340 bedeutet das beispielsweise einen Sitzabstand zum Vordermann von mehr als zwei Metern, ein warmes Essen, kostenlose alkoholische Getränke, den standesgemäßen Laptop-Anschluss sowie ein ­Entertainment-Programm am eigenen DVD-Bildschirm.

Ein Service, der so richtig schön ins Geld geht. Genau 1.957 Euro und 22 Cent kostet das am 28. Dezember reservierte Ticket für einen Hin- und Rückflug von Palma nach Hamburg am Dreikönigstag. Den Rückflug am 13. Januar darf man in der Ersten Klasse dafür auch richtig lang genießen. Wegen fehlender Direktverbindung auf dieser Strecke muss der Passagier in Frankfurt umsteigen und eine etwa eineinhalbstündige Pause in der Lufthansa Vip-Lounge in Kauf nehmen.

Als Business oder First-Class-Passagier kann man ansonsten nur noch mit Spanair (1.281 Euro für den gleichen Flug) oder Swiss­air (1.313 Euro) zwischen Palma und der Hansestadt fliegen.

Luft-Taxen haben Hochkonjunktur


Wie gut also, dass es Privatjets gibt. Tatsächlich haben Anbieter sogenannter Airtaxis auf Mallorca Hochkonjunktur. „Palmas Flughafen zählt in diesem Jahr erstmals zu unseren Top-20 Destinationen, also den Airports, die wir europaweit am häufigsten angeflogen sind", sagt Bettina Schwarz, Pressesprecherin des europäischen Branchenprimus NetJets. Mehr als 1.200 Mal startete der US-amerikanische Privatjet-Anbieter 2007 mit einem Learjet oder einer Hawker von den Balearen, über die Hälfte davon von Palma aus. Die Balearen-Hauptstadt ist nach Madrid die zweitwichtigste Destination für NetJets in Spanien.

Deren Kunden sind zu zwei Dritteln Geschäftsleute, der Rest Privatiers, die sich den Luxus eines Flugstundenpreises von etwa 4.000 Euro - zuzüglich Management-Gebühren und CO2-Emissions-Ausgleich - leisten, um in Ledersesseln bei Moët Chandon und Kaviar auf die Insel zu fliegen.

Der Kauf einzelner Hin- und Rückflugtickets ist in der Privatjet-Branche allerdings die Ausnahme. Im Trend liegen so genannte „Jet-Cards", mit denen sich Firmen beispielsweise ein Kontingent von 25 Flugstunden sichern. Kaufpreis: 129.800 Euro. Das reicht bei einer durchschnittlichen Flugzeit von drei Stunden zwischen Deutschland und Mallorca (Learjets fliegen etwas langsamer als Passagiermaschinen) gerade einmal für vier Hin- und Rückflüge. Vielfliegern kommt daher der Kauf eines Anteilscheins für einen Privatjet günstiger zu stehen. Für 400.000 Euro sichert man sich beispielsweise den 16. Anteil an einer Hawker 400XP mit acht Sitzplätzen, beziehungsweise das Recht auf 50 Flugstunden jährlich. Wie gesagt: Billig fliegen war gestern.

In der Druckausgabe lesen Sie außerdem:
Die Jäger der versunkenen Schätze
Hochzeitsnacht in der Klosterzelle
Ausgewählte Wandertouren für Hund und Herrchen
Segler auf dem Probestand
Golfrunde mit elektronischem Caddy
Neuer Önologe bei Macià Batle
Führer durch den Gastro-Dschungel
Rezept: Schäume, Cremes und feine Foie

Nachricht melden
 


  Zeitungbibliothek
  LERNEN SIE UNS KENNEN:  KONTAKT |  REDAKTION |  ANZEIGEN-TEAM     WERBUNG:  TARIFE
mallorcazeitung.es gehört zur Verlagsgruppe  Editorial Prensa Ibérica
Die vollständige oder teilweise Verwendung der über dieses Medium angebotenen Inhalte ohne ausdrückliche Genehmigung der Mallorca Zeitung ist untersagt. Nach Gesetz LPI, Artikel 32,1, 2. Paragraf ist jedwede Reproduktion verboten.
 


  Avís legal
  
  
Andere Medien der Gruppe Editorial Prensa Ibérica
Diari de Girona  | Diario de Ibiza  | Diario de Mallorca  | Empordà  | Faro de Vigo  | Información  | La Opinión A Coruña  |  La Opinión de Granada  |  La Opinión de Málaga  | La Opinión de Murcia  | La Opinión de Tenerife  | La Opinión de Zamora  | La Provincia  |  La Nueva España  | Levante-EMV  | El Boletín  | Regió 7  | Superdeporte  | The Adelaide Review  | 97.7 La Radio  | Blog Mis-Recetas