Von Andreas John
Wer einen Flug im Saus und Braus sucht, der wird nur noch bei Linienfliegern fündig. Lufthansa zum Beispiel. Die deutsche Traditionsairline bietet auch auf innereuropäischen Kurzstrecken First-Class-Plätze an. Im Airbus A340 bedeutet das beispielsweise einen Sitzabstand zum Vordermann von mehr als zwei Metern, ein warmes Essen, kostenlose alkoholische Getränke, den standesgemäßen Laptop-Anschluss sowie ein Entertainment-Programm am eigenen DVD-Bildschirm.
Ein Service, der so richtig schön ins Geld geht. Genau 1.957 Euro und 22 Cent kostet das am 28. Dezember reservierte Ticket für einen Hin- und Rückflug von Palma nach Hamburg am Dreikönigstag. Den Rückflug am 13. Januar darf man in der Ersten Klasse dafür auch richtig lang genießen. Wegen fehlender Direktverbindung auf dieser Strecke muss der Passagier in Frankfurt umsteigen und eine etwa eineinhalbstündige Pause in der Lufthansa Vip-Lounge in Kauf nehmen.
Als Business oder First-Class-Passagier kann man ansonsten nur noch mit Spanair (1.281 Euro für den gleichen Flug) oder Swissair (1.313 Euro) zwischen Palma und der Hansestadt fliegen.
Luft-Taxen haben Hochkonjunktur
Wie gut also, dass es Privatjets gibt. Tatsächlich haben Anbieter sogenannter Airtaxis auf Mallorca Hochkonjunktur. „Palmas Flughafen zählt in diesem Jahr erstmals zu unseren Top-20 Destinationen, also den Airports, die wir europaweit am häufigsten angeflogen sind", sagt Bettina Schwarz, Pressesprecherin des europäischen Branchenprimus NetJets. Mehr als 1.200 Mal startete der US-amerikanische Privatjet-Anbieter 2007 mit einem Learjet oder einer Hawker von den Balearen, über die Hälfte davon von Palma aus. Die Balearen-Hauptstadt ist nach Madrid die zweitwichtigste Destination für NetJets in Spanien.
Deren Kunden sind zu zwei Dritteln Geschäftsleute, der Rest Privatiers, die sich den Luxus eines Flugstundenpreises von etwa 4.000 Euro - zuzüglich Management-Gebühren und CO2-Emissions-Ausgleich - leisten, um in Ledersesseln bei Moët Chandon und Kaviar auf die Insel zu fliegen.
Der Kauf einzelner Hin- und Rückflugtickets ist in der Privatjet-Branche allerdings die Ausnahme. Im Trend liegen so genannte „Jet-Cards", mit denen sich Firmen beispielsweise ein Kontingent von 25 Flugstunden sichern. Kaufpreis: 129.800 Euro. Das reicht bei einer durchschnittlichen Flugzeit von drei Stunden zwischen Deutschland und Mallorca (Learjets fliegen etwas langsamer als Passagiermaschinen) gerade einmal für vier Hin- und Rückflüge. Vielfliegern kommt daher der Kauf eines Anteilscheins für einen Privatjet günstiger zu stehen. Für 400.000 Euro sichert man sich beispielsweise den 16. Anteil an einer Hawker 400XP mit acht Sitzplätzen, beziehungsweise das Recht auf 50 Flugstunden jährlich. Wie gesagt: Billig fliegen war gestern.
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