MZ-Weinprobe: Supermarkt-Rotweine aus der Ribera del Duero 

29.05.2008 | 02:00

Einmal im Monat nimmt die Mallorca Zeitung Weine aus dem Supermarkt aus einer bestimmten Region unter die Lupe. Auswahlkriterium: Die Tropfen dürfen nicht teurer als zehn Euro sein. Einen Tag zuvor auf die richtige Trinktemperatur gebracht, werden sie von professionellen Testern verkostet: von den Sommeliers Manuel Vogel und Patrick Paulen vom renommierten Malvasía Restaurant in Palma, zu dem eine Vinoteca mit über 3.000 verschiedenen Wein-Referenzen gehört. 

Heute im Test: tintos aus der Ribera del Duero. Eingekauft wurden die sieben Weine bei Alcampo zu Preisen zwischen 4,30 und 6,99 Euro. Sie werden hinsichtlich ihres Preis-Leistungsverhältnisses bewertet, erhalten Noten zwischen 1 und 20. Dabei gelten Weine, die nicht mehr als vier Punkte erreichen, als fehlerhaft in der Herstellung. Tropfen über 16 Punkte hingegen verfügen ein ausgesprochen gutes Preis-Leistungsverhältnis (siehe kleiner Kasten).

Vega Izan Tinto Roble 2004

Den Auftakt macht der Vega Izan 2004 aus der Bodega Riberalta. Rebsorten: nicht ausgewissen, wahrscheinlich Tempranillo bzw. Tinta del País, wie sie in dieser Gegend heißt. 13 Prozent Alkohol, Farbe: Granatrot. Die Bezeichnung roble weist darauf hin, dass der Wein rund vier bis sechs Monate im Fass lag. In der Nase: Der Wein riecht schmutzig. Kein Aroma ist klar zu erkennen. Nach dem Auflüften entwickelt sich ein leichter Gummigeruch. Im Mund ist er nichtssagend, ohne Frucht, unharmonisch. Hart im Abgang, was auf die Verwendung von schlechtem Fass hinweist.


Mayor de Castilla Roble 2005

Der Mayor de Castilla kommt aus der Bodega Viña Arnaiz. Rebsorte: 100 Prozent Tinta del País. Er enthält 13,5 Prozent Alkohol, Farbe: tiefes Granatrot. Drei Monate lagerte er im Fass. In der Nase: nicht sehr saubere laktische Töne (Butter, Milch). Man erahnt „einen Hauch von Frucht". Nach Sauerstoffzufuhr gehen die laktischen Töne zurück, allerdings nicht - wie es sein sollte - zu Gunsten der Fruchtaromen. Im Gaumen: leicht säuerlich, die Fruchtnoten treten gar nicht mehr auf. Wenig Tannine. Mager im Abgang.


Valdubón Roble 2006

Dieser Wein kommt aus gutem Hause: aus der Bodega Valdubón, die zum Cava-Hersteller Freixenet gehört. Als roble lag er mindestens vier Monate im Fass. Rebsorte: Tinta del País. Alkohol: 14 Prozent. Farbe: brillantes leichtes Kirschrot. In der Nase offenbart er eine angenehme rote Frucht. Im Gaumen sind Fruchtnoten und eine leichte Säure da, die für Frische sorgt. Das Holz hält sich im Hintergrund - das ist die richtige Struktur.


Carramimbre 06 Roble

Der Carramimbre wird im Weingut Pingón aus Tinta-del-País-Trauben gekeltert. 14 Prozent Alkohol. Farbe: tieferes Kirschrot. In der Nase identifiziert man Noten von Erdbeerjoghurt, das heißt saubere laktische Töne. Nach Sauerstoffzufuhr wandelt sich der Geruch zu Kirsche, Holz leicht im Hintergrund. Im Gaumen ist er unausgeglichen, Tannine sind nicht gut integriert, unterstützen zu stark die Säure. Im Abgang: leicht bitter.


Callejo Roble 2006

Dieser Rote aus der Bodega Félix Callejo reifte vier Monate im Fass. Hergestellt aus Tinta-del-País-Trauben, hat er einen Alkoholgehalt von 14 Prozent. Farbe: tiefes Kirschrot. In der Nase: laktische und gute Holztöne, Frucht leicht bedeckt. Diese kommen erst nach Sauerstoffzufuhr hervor. Der Wein hat etwas Rundes, sehr Angenehmes. Im Gaumen gute Intensität der Aromen. Allerdings ist der Wein, der gerade erst auf den Markt gekommen ist, noch nicht trinkreif. Mit einigen Monaten Flaschenlagerung wird er sehr gewinnen.


Fuero Real Crianza 2003

Der Crianza von dem Weingut Viña Buena lag zwölf Monate im Fass. Rebsorte: Tinta del País. Farbe: Rubinrot. In der Nase zeigt sich ein außergewöhnliches Aroma: Meerrettich, wo immer das herkommen mag. Das Holz ist kaum spürbar. Im Gaumen: „Sauerkraut!" Unangenehme Säure, grüne Tannine (die Beeren wurde viel zu früh geerntet), keine Substanz. Fazit: Ungenießbar!


Altos de Tamaron Crianza 2004

Der siebte Wein in dieser Runde ist ein Produkt der Bodega Pagos del Rey. Alkoholgehalt: 13,5 Prozent. Der Wein lag mindestens zwölf Monate im Fass. Farbe: brillantes, dunkles Kirschrot. In der Nase sind Karamell-Töne auszumachen, was auf die Verwendung von gutem Holz hinweist. Aber: Weder das auf dem Etikett erwähnte Kakao-, noch Fruchtaromen kommen heraus. Was darauf hinweist, dass auch hier die Trauben zum Zeitpunkt der Ernte nicht voll ausgereift waren. Im Gaumen: starke Säure und grüne Tannine, die die Zungenspitze regelrecht „austrocknen". Im Abgang Anklänge von altem Holz. Fazit: Ein Crianza muss mehr Aromen, mehr Intensität und Potenzial haben. Anders gesagt: Zu diesem Preis (5,55 Euro) lässt sich kein vernünftiger Crianza herstellen. Da ist man mit einem einfacheren roble besser bedient.


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