Cola Cao - mehr als nur Kakaopulver

22-01-2009  
Immer noch hermetisch zu verschließen, mittlerweile aber aus Plastik - die Cola-Cao-Dose.
Immer noch hermetisch zu verschließen, mittlerweile aber aus Plastik - die Cola-Cao-Dose.  Foto: Electa

REDAKTION Nesquik oder Cola Cao? Das ist eine Gewissensfrage, die fast jeder Spanier schon einmal für sich entscheiden musste. Sag mir, was du trinkst, und ich sage dir, wer du bist. Seit Generationen muss in Spa­nien Partei ergriffen werden. Und dieser Konflikt endet nicht unbedingt mit der Kindheit. Auch Erwachsene diskutieren in Internetforen noch über die Vor- und Nachteile von Cola Cao und Nesquik. Für manch einen Tennisfan erlosch die Liebe zu Rafael Nadal auf einen Schlag, als er sich vor Jahren in einem Fernsehspot als bekennender Cola-Cao-Trinker outete. Auch Partnerschaften sollen schon an der Frage zerbrochen sein.

Die Legende von Cola Cao, dem Kakaopulver in der gelben Dose, begann Mitte der 50er Jahre. Quasi über Nacht wurde Cola Cao mit einem Lied bekannt, das von Robert Rizzo intoniert wurde. Auch dank des schmissigen Songs schnellte die Verkaufszahlen in die Höhe. 1972 wurde Cola Cao dann zum offiziellen Ausrüster der spanischen Mannschaft bei den Olympischen Spielen in München. Der zum Kraftpulver deklarierte Kakao war von diesem Augenblick an nicht mehr von den Frühstückstischen wegzudenken.

Mit der Zeit änderte sich nicht nur das Produkt - nach und nach wurden Varianten mit weniger Zucker sowie mit vermeintlich mehr Vitaminen eingeführt -, sondern auch die Verpackung. Zu Beginn war die Cola-Cao-Dose aus Metall. Auf dem Blech waren Schwarze abgebildet, die schwere Säcke schleppten. Heutzutage gibt es die Dose in Plastik und die Motive sind politisch korrekter geworden.

Und die Verpackung des Kakao­pulvers ist ein Teil seines Erfolgrezeptes. Cola Cao verschaffte den spanischen Haushalten ihre ersten anderweitig verwendbaren und hermetisch abschließbaren Behältnisse. Die Zuckerdose für die Hausfrau, das Spielzeug-Versteck für die Kinder, der Schweinefett-Behälter für den Landwirt. Auch als Schatztruhe eignete sich das Gefäß ganz hervorragend. Bis heute. Antònia Ordinas, ehemals zuständig für die Außenwirtschaftsförderung der Balearen, musste vergangenes Jahr eine Cola-Cao-Dose in ihrem Garten wieder ausbuddeln, in der sie rund 200.000 Euro Schwarzgeld deponiert hatte. Qualitätsbeweis: Die Polizei fand die Scheine in bestem Zustand. 

"Made in Spain" beschreibt Ikonen des spanischen Designs.

Das gleichnamige Buch von Juli Capella ist bei Electa erschienen und kostet 23 Euro.

In der Printausgabe lesen Sie außerdem

- Mit Feng Shui in die Seele geguckt

- Geliebte für zwei Minuten: Tango macht süchtig

- Serie: Die Küche der Frauen - Dorothea Waydsch in Port de Sóller

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