Laternenfest in Alcúdia: Melonen vor Mitternacht

Am 24. August ehren die Kinder Sant Bartomeu, singen über eine tote Katze und freuen sich, dass sie lange aufbleiben dürfen

07-09-2011  
Manchen schneiden auch Halloween-Gesichter in die Melonen. Typisch sind Katzen oder Leitern
Manchen schneiden auch Halloween-Gesichter in die Melonen. Typisch sind Katzen oder Leitern Foto: Archiv

BRIGITTE KRAMER Achtung Kinder! Ihr schafft es noch! Wenn ihr euch heute eine Melone organisiert und diese Seite lest, könnt ihr mitten im Sommer Halloween feiern. Oder auch Sankt Martin. Oder auch beides. Oder ein Fest, das die alcudiencs, also die Bewohner von Alcúdia an der Nordostküste von Mallorca, immer in der Nacht vom 24. auf den 25. August feiern. Es heißt einfach festa de les llanternes, Laternenfest.

Die Kinder treffen sich mit ausgehöhlten, dekorierten und von innen beleuchteten Honigmelonen vor dem Rathaus (wie das geht, steht im Kasten unten). Dann machen sie einen Laternenzug durch die Gassen der Altstadt, ganz schön stimmungsvoll. Dazu singen sie Kinderlieder, zum Beispiel eines, das vom Tod einer Katze erzählt. Der Nachtwächter hat sie umgebracht.

Wenn ihr mitmachen wollt, könnt ihr den Text in der Spalte rechts lernen. Die Melodie kann man auf dieser Webseite hören: http://manatdecansons.blogspot.com/ (auf der Seite dann oben links im Suchfeld das Wort „moix" eingeben).

Das Fest ist uralt, kann man sich ja denken. Wie so oft, hat es teils mit der Kirche, teils mit dem Gang der Jahreszeiten zu tun. Der 24. August ist der Gedenktag des Heiligen Bartolomäus. Auf ­Mallorca gibt es sehr viele Männer die so heißen: Tolo oder Tomeu sind Varianten des mallorquinischen Namens Bartomeu. Der Heilige scheint also ziemlich beliebt und verehrt zu werden, denn selbst Kinder heißen oft noch so.

Der 24. August ist aber nicht nur der Tag dieses Heiligen. Er liegt auch in einer Zeit, in der alle Früchte reif sind und man sie erntet. Melonen, Paprika, Tomaten, Feigen ... Zur Feigenernte haben sich die Mallorquiner früher getroffen und daraus ein Fest gemacht. Denn Feigenbäume stehen meistens außerhalb des Ortes, auf weiten Feldern. Mit Leitern, Körben, Essen und Trinken sind sie losgezogen. In der Mittagshitze haben sie unter dem Schatten des Baumes gerastet und dabei, so erzählt man es sich, die mitgebrachten Melonen gegessen und verziert. Abends benutzten die Kinder sie für den Umzug.

Was das Ganze mit Katzen zu tun hat, weiß keiner so recht.

In der Printausgabe vom 18. August (Nummer 589) lesen Sie außerdem:
- Showtime: Der Kindertraumerfüller
- Wasserwelten: Auf Hochtouren im Chiringuito
- Eisgekühlt: Der Insider trinkt Mandelmilch
- Schöne Dinge: Wohnkultur am Meer

Diese Artikel finden Sie auch hier.

Gut essen auf Mallorca

Restaurants auf Mallorca

Welches Restaurant darf es sein?

Die Insel kulinarisch entdecken - Restaurant-Empfehlungen in Palma de Mallorca, im Osten, Südosten oder Südwesten von unserer Gastro-Autorin Martina Zender

 


Empfohlene Links: Inselradio 95,8 | Mallorca mal 365 |