Paintball: Zur Farbkugelschlacht quer über die Insel

In Cala Millor kann man Buggys mieten und damit zum Paintball nach Marratxí fahren. Wir haben es ausprobiert

31.07.2015 | 12:29
Paintball wird nicht ganz unbegründet als Kriegsspiel kritisiert, ist aber „leider geil", findet der Autor. Selbst dann, wenn der Schweiß in die Augen trieft und die Sicht vernebelt

Der Motor heult auf. „Du musst die Kupplung mehr kommen lassen", sagt Magrid Steger von „Pits Boxengasse", dem Veranstalter dieser kleinen Reise. Die Buggytour von Cala Millor zum „Paintball Aventura Marratxí" geht ein wenig holprig los. Nach einer Weile hat man aber den Trick mit den Pedalen raus – das Prinzip ist dasselbe wie beim normalen Auto.

Es geht hinaus auf die Neben­straßen dieser Insel. Wir fahren in drei Buggys. Noel, Simon, Martin und Julian – vier Jungs aus Krefeld – sind auf dieser Tour mit dabei. Vorneweg im Auto fährt Frank Fensch vom Veranstalter. Buggytouren gibt es auf Mallorca nur als geführte Fahrten. Mit der Zeit vergeht die Hitze, der Wind bläst einem durch die Haare. Später, beim Paintballspielen mit Plastikmasken im Gesicht, wird diese Frische fehlen.

Die Fahrt dauert etwa über anderthalb Stunden. Es ist entspannt, auch wenn man gerne ein bisschen mehr über Ruckelpisten fahren würde – wenn man schon mal in einem Buggy sitzt. Über die Schnellstraße zwischen Manacor und Palma gelangen wir nach Sant Joan. Unsere kleine Karawane bahnt sich den Weg durch die Pla – die Ebene im Insel­innern. In Santa Eugènia hält das Führerauto. „Kurze Pause."

Das „Paintball Aventura Marratxí" hat zwei durch Netze umzäunte Spielfelder. Beide jeweils 2.500 Quadratmeter groß. Darauf stehen Holzwände, kleine Baracken, Strohballen – als Schutz gegen die roten Farbkugeln, mit denen gleich geschossen wird. Schutzanzüge wären vorhanden, aber dafür ist es zu heiß. „Die allerwichtigste Regel: Innerhalb der Netze behalten wir immer die Masken auf", sagt der junge Mann namens Alex, der die Einführung gibt. Zwei Teams werden gebildet. Alex verteilt die Markierer – so nennt man die Gewehre beim Paintball.

Paintball wird häufig als Kriegsspiel kritisiert. Das ist nicht ganz unbegründet: Je nach Spielvariante geht es dabei um Taktik oder mehr um das Rauswerfen von Gegnern. Gleichzeitig ist es aber auch ein großer Spaß. Leider geil, könnte man auch sagen. „Unsere Touren werden gerne von Firmen zum Teambuilding gebucht", sagt Fensch. Es seien auch längst nicht nur junge Männer, die sich für die seit einem Jahr angebotene Kombination aus Buggy fahren und Paintball interessierten. Anmelden kann man sich ab 18 Jahren. Der Fahrer des Buggy muss einen Führer­schein haben.

Die Sonne brennt heiß herunter. Die Masken machen das Atmen schwer. Der Schweiß läuft in die Augen, vernebelt die Sicht. Die aktuelle Hitzewelle macht das Spielen am Mittag schwierig.

200 Kugeln sind im Paket mit drin. 100 weitere können für jeweils 5 Euro immer wieder nachgekauft werden. „So schmerzhaft ist es nicht, getroffen zu werden", sagt Simon, der als einer der Ersten raus muss. Nach etwa einer halben Stunde sind die ersten beiden Spielrunden vorbei. Ein paar Kugeln haben die Spieler noch im Markierer.

Buggy und Paintball-Tour (168 Euro für zwei Personen inkl. Paintball). Infos und Anmeldung: www.pits-boxengasse.com

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