Das sind die neuen Kreuzfahrtschiffe

Noch größer, noch schicker, noch vielfältiger – und angeblich auch umweltfreundlicher: Elf große Pötte gehen 2016 in Betrieb. Fünf davon werden auch in Palma erwartet

04.01.2016 | 08:46
Das sind die neuen Kreuzfahrtschiffe
Das sind die neuen Kreuzfahrtschiffe

Nach fünf Zugängen im Jahr 2015 werden 2016 gleich elf neue Kreuzfahrtschiffe in Dienst gestellt, immerhin drei davon ausschließlich für deutschsprachige Quellmärkte. Wir stellen sie vor.

Aida Prima und die noch namenlose Schwester
Rund ein Jahr verspätet tritt die „Aida Prima" ihren Dienst als neues Flaggschiff der Kussmund-Flotte an. Die Erwartungen an die Prima und ihrer Schwester, die ebenfalls noch 2016 folgen soll und gemäß Branchengerüchten auf den Namen „Aida Mia" getauft werden könnte, sind hoch: „noch mehr Individualität, mehr Unterhaltung, mehr Platz, mehr Service, mehr Vielfalt", kündigt die Reederei an. Es wird spannend, wie Aida die Produktversprechen auf diesen 300 Meter langen Schiffen mit Platz für jeweils 3.300 Passagiere umsetzen wird. Mit jeweils 124.500 BRZ werden die Prima und ihre Schwester deutlich größer als die bisherigen Flotten­mitglieder.

Auch der Look der beiden neuen Schiffe wird sich deutlich ändern. Sie tragen zwar auch ein Lächeln auf den Bug gemalt, doch hat dieser ein markanteres Profil. Im Stil früherer Luxus­liner ragt der Bug steil empor, was der Umwelt nutzen soll; ein sogenannter senkrechter Steven sorge für mehr Energieeffizienz. Auch beim Wetterschutz haben die beiden neuen Aida-Schiffe die steile Nase vorn: Die Activity-Decks können durch ein fahrbares Folien­dach vor Regen und Kälte geschützt werden. Urlaubsgerechte Bräune bekommen Gäste in der Pool-Landschaft oder im Klettergarten dennoch, da die Folie UV-durchlässig ist. Passend ist diese Innovation besonders wegen der geplanten ganzjährigen Abfahrten ab Hamburg. Ein Palma-Anlauf steht noch nicht fest, es ist jedoch zu erwarten, dass die „Aida Prima" auf der Reise von der Werft in Japan nach Hamburg auf Mallorca stoppen wird. Denkbar sind sogar einige Sonderreisen im Frühjahr 2016 ab und bis Palma.

„Mein Schiff 5"
Die 295 Meter lange, 36 Meter breite und 99.800 BRZ große „Mein Schiff 5" wird wie ihre baugleichen Schwestern „Mein Schiff 3" und „Mein Schiff 4" in Finnland gebaut – auf einer Werft, die heute zur bekannten Papenburger Meyer Werft gehört. Bei vergleichbar hohem Qualitäts­standard unterscheidet sich der Flottenneuling lediglich in Details. So wird auf der „Mein Schiff 5" der Rezeptionsbereich um eine Café Bar erweitert, auf Deck 5 gibt es ein neues Service Restaurant für italienische Küche, und auf dem Pool-Deck bietet ein neues Fastfood-Bistro mit Döner Kebab und belgischen Pommes Frites ein Kontrastprogramm zur gehobeneren Küche, die sonst an Bord geboten wird.
Wichtiges Highlight für die fast ausschließlich deutschsprachigen Gäste ist auch auf „Mein Schiff 5" der 25 Meter lange Pool auf dem Sonnendeck. Auf die Taufe im Juli folgen einige Nordland-Reisen, Mitte September geht es dann ab Bremerhaven nach Palma, wo einige Mittelmeer Reisen beginnen, bevor der Neubau im Juli in die Karibik wechselt. So bieten sich einige interessante Reisemöglichkeiten mit Mallorca-Bezug.

„Harmony" und „Ovation of the Seas"
Traditionell stellt die US-Reederei Royal Caribbean den Superlativ für das größte Kreuzfahrtschiff der Welt. Ab Ende Mai wird nun die „Harmony of the Seas" diesen Titel führen. Sie ist mit 2.000 BRZ nochmal einmal eine Idee größer als die beiden Schwesterschiffe „Oasis of the Seas" und „Allure of the Seas" aus derselben Schiffsklasse. Konkret wartet ab 2016 ein Volumen von mehr als 227.700 BRZ, eine Länge von 362 Meter und eine Breite von 66 Metern auf die bis zu 5.400 Passagiere und die aus rund 2.400 Mitarbeitern bestehende Besatzung. Begeistern soll der neue Superlativ zum Beispiel mit der Bionic Bar, an der Roboter Cocktails mixen sowie den imposanten Wasserrutschen – auf einer von ihnen können sich abenteuerlustige Passagiere am Heck des Schiffes ganze zehn Decks in die Tiefe stürzen. Zu bestaunen ist der Neubau ab Juni auch in Palma wöchentlich, die Einschiffung ist jedoch nur in Barcelona möglich.
Zum Reiseantritt auf dem zweiten Neubau von Royal Caribbean, der „Ovation of the Seas", müssten
Gäste von den Balearen noch ungleich weiter reisen: der künftige Heimathafen ist Tianjin in China. Und so werden nur wenig europäische Gäste in den Genuss der Highlights wie der an einem Kran-Arm befestigten gläsernen Gondel North Star, den Simulatoren für Fallschirmsprünge und ­Wellenreiten, den Auto-Scooter oder den Basketball-Platz kommen. Leider führt die Route des nunmehr dritten
Schiffes der sogenannten Quantum-Klasse im April 2016 von der Papenburger Meyer Werft nach Fernost nicht über Mallorca. So müssen interessierte Fans auf Teilstrecken wie die von Southampton nach Barcelona ausweichen.

„Genting World"
Sogar ausschließlich im asiatischen Markt beworben wird die von Star Cruises betriebene „Genting World". Gebaut wird jedoch auch sie von der Meyer Werft Papenburg. Nach Angaben der Werft wird das Schiff im Herbst 2016 ausgeliefert und soll 3.360 vorwiegend chinesischen Passagieren Platz bieten.

„Viking Sea"
Nach ihrem ersten Hochseeschiff, der „Star", die im Januar zweimal bei uns anlegen wird, tauft die bisher auf Flussreisen spezialisierte Viking Gruppe mit der „Viking Sea" im Jahr 2016 ein zweites Hochseeschiff. Es gehört mit Raum für knapp unter 1.000 Passagiere zu den kleineren Kreuzfahrtschiffen. Wie das Schwesterschiff wird es auf dem deutschen Markt kaum eine Rolle spielen, da die Vermarktung aktuell insbesondere in den USA stattfindet.

„Carnival Vista"
Ein weiteres Schiff für die USA ist die Carnival Vista. Auf 322 Metern Länge bietet der Neuzugang des weltweiten Marktführers Carnival Cruise Lines seinen knapp 4.000 Gästen etliche Attraktionen. Beim sogenannten Skyride radeln Passagiere schwebend und auf dem Rücken liegend über einen knapp 250 Meter langen Parcours – 45 Meter über dem Meer. Ebenfalls neu an Bord sind eine rund 140 Meter lange Raftingstrecke sowie das erste Imax-Filmtheater auf dem Meer. Im Vorgriff auf eine der zukünftig wichtigsten Destinationen der Kreuzfahrt-Industrie ist das Interieur im Design von Kuba inspiriert. So gibt es eine typische Havanna Bar und einen von strohgedeckten Hütten umgebenen Havanna Pool mit Meerblick. Nach drei Jahren Pause ist die „Carnival Vista" das erste Carnival-Schiff, das auf dem Mittelmeer fährt. Nach der Indienststellung geht es ab dem 1. Mai ins östliche und westliche Mittelmeer, der Erst­anlauf in Palma steht für den 10. Juni an.

„Koningsdam"
Alles andere als schwimmender Freizeitpark ist der kommende Neubau der ebenfalls zur Carnival Gruppe gehörenden Holland America Line. Mit einer Passagier­kapazität von 2.650 Personen, um die sich 1.025 Crew-Mitglieder kümmern, und einer Tonnage von 99.500 Brutto­raumzahl (BRZ) ist die fast 300 Meter lange „MS Koningsdam" das größte Schiff, das die Holland America Line jemals bauen ließ. Die Passagiere erwartet eine Mischung aus bezahlbarem Luxus, traditionellem Kreuzfahrt-Erlebnis und viel Entertainment. Innovativ sind spezielle Suiten für Alleinreisende an Bord. Auch in Sachen Restaurants gibt es einiges Neues wie etwa das „Sel de Mer" mit französischen Fisch- und Meeresfrüchte­gerichten. Das sogenannte „Culinary Arts Center" ist indes tagsüber Showküche und abends Restaurant. Es folgt dem sogenannten Farm-to-table-Konzept. Zumindest die Kräuter wachsen in einem eigenen Gewächshaus an Bord. Erst nach der Jungfernfahrt im April ab Rom, findet die Taufe am 21. Mai in Rotterdam statt. Ab dem künftigen Heimathafen Amsterdam stehen dann Fahrten in nordeuropäische Gewässer auf dem Programm, ­bevor es im Herbst in das Mittelmeer und später in die Karibik geht. Der Maiden Call in Palma ist für den 17. Oktober vorgesehen.

„Seven Seas Explorer"
Vervollständigt wird der Reigen der Neubauten von zwei Schiffen im Luxussegment. Nicht weniger als das luxuriöseste Kreuzfahrtschiff der Welt soll die „Seven Seas Explorer" werden. Hier wohnen alle der bis zu 750 Gäste in Suiten mit privater Veranda. Den Superlativ bildet die 360 Quadratmeter große Regent Suite. In dieser Unterkunft kostet die Jungfernreise im Juli von Monaco bis Venedig mehr als 100.000 Euro für zwei Personen.

„Seabourn Encore"
Besonders servicestark soll auch der Luxusliner „Seabourn Encore" von Carnivals luxuriöser Tochter Sea­bourn Cruises werden. Auf die maximal 604 Passagiere kommen fast ebenso viele Besatzungsmitglieder. Dieses Passagier-Crew-Verhältnis von 1:1 lässt Kreuzfahrt-Kenner aufhorchen: Das ist ein Luxus, den selbst die größten privaten Mega­yachten nur selten bieten können. Auch hier wohnen die Kreuzfahrer in Suiten mit privater Veranda.

24 Millionen Passagiere
Der Kreuzfahrtverband Cruise Lines International Association (CLIA) erwartet für 2016 eine Steigerung des Passagieraufkommens auf 24 Millionen Kreuzfahrer – 2014 waren es noch 22 Millionen. Auch auf dem Fluss gibt es nach mageren Jahren künftig wohl wieder Zuwachs – getrieben von der wachsenden Zahl von Flusskreuzfahrtgästen aus Übersee in Europa. „Die Branche möchte Kreuzfahrten zum besten Urlaubserlebnis überhaupt machen. Sie entwickelt sich weiter, um sicherzustellen, dass es für jede Reisevorliebe und jeden Geldbeutel die passende Kreuzfahrt gibt", sagt die CLIA-Vorsitzende Cindy D´Aoust. Ein wichtiger Trend sei die Erschließung neuer ­Quellmärkte: Neben Asien boomt das Geschäft mit den Kreuzfahrten jetzt auch in Australien.

Zudem werde sich die Entwicklung fortsetzen, dass die Schiffe immer mehr zur eigentlichen Destination werden und zunehmend auch bezahlbare und leistungsfähige Internet-Zugänge anbieten – insbesondere für die anvisierte jüngere Zielgruppe eine wichtige Grund­voraussetzung. Und es werden immer neue Nischen erschlossen: So startet 2016 ein Anbieter aus der Carnival-Gruppe mit dem sogenannten „Voluntourismus" per Kreuzfahrtschiff. Während der Reisen von Fathom Cruises in der Karibik, können die zahlenden Gäste in Kuba, der Dominikanischen Republik und Haiti in wohltätigen Projekten tätig sein (Infos auf fathom.org).

Schiff ahoi: der Januar im Hafen
Im Vergleich zu manchem Vorjahresbeginn ist in Palmas Kreuzfahrthafen im Januar 2016 trotz der geringen Zahl der Anläufe zumindest ein bisschen Betrieb. Dabei kommen die XXL-Schiffe „Norwegian Epic" und das Costa Flaggschiff „Diadema" mehrfach. Gleiches gilt für die erst 2015 getaufte „Viking Star", die unter norwegischer Flagge bis zu 944 ausschließlich englischsprachige Passagiere befördert und mit einem sogenannten Infinity Pool aufwarten kann.

2.01. Norwegian Epic
(8-17 Uhr)
7.01. Viking Star
(8-22 Uhr)
12.01. Costa Diadema
(8-18 Uhr)
19.01. Costa Diadema
(8-18 Uhr)
22.01. Viking Star
(13-22 Uhr)
23.01. Norwegian Epic (8-17 Uhr)
26.01. Costa Diadema
(8-18 Uhr)

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