Kuriose Eisenbahngeschichte: Als die Gäule den Waggon ins Dorf zogen

15.01.2016 | 09:44

Die Zugverbindung nach Alaró zählt zu den kuriosesten Kapiteln in der Geschichte der Eisenbahn Mallorcas: Um nicht an der 1875 eröffneten Linie zwischen Palma und Inca links liegengelassen zu werden, gründeten mehrere Unternehmer aus dem Dorf 1880 eine örtliche Eisenbahngesellschaft. Die schaffte es zwar innerhalb von zwei Jahren, eine insgesamt 3,4 Kilometer lange Schmalspur-Gleisanlage vom Bahnhof Consell nach Alaró zu bauen, besaß anschließend jedoch keine Mittel mehr für den Kauf einer Lokomotive.

Aus diesem Grund wurde vor dem einzigen Waggon – der trotz der kurzen Fahrtdauer von rund 15 Minuten über eine Erste und Zweite Klasse verfügte – zwei Maultiere gespannt, die das Gefährt vom Bahnhof zum höher gelegenen Dorf zogen. Für den Weg zurück wurde das Gespann abgehängt, und der Waggon rollte wieder zum Bahnhof hinunter, wobei der „Zugführer" immer wieder eine Bremse betätigte, um nicht zu entgleisen. 1922 wurden die Gäule durch Dampflokomotiven ersetzt, die den Weg von und zum Bahnhof allerdings in derselben Zeit zurücklegten. 1951 wurde die Verbindung aus Kostengründen schließlich eingestellt.

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