So geht Kreuzfahrt auf Amerikanisch

An Bord der "Carnival Vista": Das neue US-Schiff liegt an diesem Freitag (8.7.) in Palma

08.07.2016 | 09:56
Erst ein paar Wochen in Betrieb und schon in Europa: die „Carnival Vista", hier auf einem stilisierten Reederei-Bild.
Erst ein paar Wochen in Betrieb und schon in Europa: die „Carnival Vista", hier auf einem stilisierten Reederei-Bild.

So wie Aida für viele deutsche Kreuzfahrer das Synonym für ungezwungene und fröhliche Ferien auf dem Wasser ist, prägt Carnival Cruises den Markt in diesem Segment in Nordamerika. Die Fun-Schiff-Flotte der US-Amerikaner umfasst mittlerweile 24 Einheiten und ist damit die größte Einzelmarke in der Kreuzfahrtindustrie. Außerdem bildet die Reederei das Kernstück der Carnival Corporation mit ihren zehn Reederei-Marken, zu denen auch bekannte Anbieter wie Costa, Cunard und eben Aida gehören.

In Europa genießt die Marke Carnival Cruises innerhalb der Branche jedoch nicht unbedingt den allerbesten Ruf, es gibt weitverbreitete Vorurteile gegen das seit 1972 operierende Unternehmen. Und da auch ich abgesehen von einer kurzen Stippvisite im Hafen bisher noch nie ein Carnival-Schiff live erlebt hatte, war ich sehr gespannt, was mich und die weiteren eingeladenen Vertriebspartner und Pressevertreter auf der Tour von Barcelona nach Rom erwarten würde.

Eingestellt hatte ich mich ein wenig auf eine Art schwimmendes Burger-Restaurant mit Nonstop-Entertainment – wenngleich immerhin auf dem modernsten Neubau und seit Mai 2016 neuen Flaggschiff der Flotte: „Carnival Vista". Erleben durfte ich ein rundum stimmiges Schiff mit lässigem, aber durchaus niveauvollem Ambiente und eine Parade­vorstellung des american cruising.

Small Talk im Jacuzzi

Und dieses Konzept hat einiges zu bieten. An erster Stelle sind die Menschen an Bord zu nennen. Der ­Service, den die insbesondere aus Asien und Lateinamerika stammenden Mitarbeiter bieten, ist positiv amerikanisch geprägt und erscheint aus deutscher oder spanischer Sicht super­aufmerksam, locker und freundlich. Anders als erwartet wurden die Gäste auch keinesfalls permanent zu kostenpflichtigen Zusatzangeboten animiert.

Wer dann jedoch etwas haben wollte, bekam die Bestellung zu aus europäischer Perspektive eher höheren Preisen, schnell und freundlich aber auch mit 15 Prozent Service­zuschlag serviert. Locker und freundlich waren auch die vielen Passagiere, die zu dem Europa-Trip aus den USA angereist waren. So kam es schnell zum unverbindlichen Small Talk an einer der Bars oder, ganz klischeehaft, im Jacuzzi.

Neben den Menschen konnte aber auch die sogenannte Hardware, also das Schiff selbst, punkten. Hell eingerichtete Kabinen, sehr viele mit eigenem Balkon, auffallend viele Plätze, um die Schiffsfahrt an sich im Außenbereich zu erleben und großzügige Sonnendecks können auch im Vergleich zu den Wettbewerbern überzeugen.

Aber natürlich bietet so ein Fun-Schiff auch die Dinge, die man erwartet hatte. Ein in der Dimension an Las Vegas erinnerndes Casino mit Raucherlaubnis, einen Hauptpool mit lautstarker Animation, wirklich schnelle Wasserrutschen und natürlich eine Poolbar mit deftigen Hamburgern vom Grill sowie ein benachbartes, übrigens sehr leckeres, Burrito-Restaurant ohne Aufpreis sowie recht schrille Auftritte des Cruise Directors als oberster Animateur an Bord.

Kubanscihe Stilelemente prägen das Schiff

Mich haben die ruhigen Außenzonen für Erwachsene wie die um den „Tide Pool" oder der „Serenity-Bereich" mit kostenfreien Liegemuscheln und Jacuzzis überzeugt. Sogar das dort genossene eiskalte amerikanische Bier empfand ich bei den hohen Temperaturen als passend. Und ansonsten konnte man ja auch in die Sports Bar zum EM-Schauen und internationalem Bierangebot wechseln. Oder gleich in die Red Frog Brewery, das bord­eigene Brauhaus.

An Bord gebrautes Bier ist übrigens nur eine ­weitere der interessanten Parallelen zum Aida-Angebot. Auch im Design gibt es Überschneidungen. Statt auf das quietschige, schrille Design der älteren Fun-Schiffe setzt das Architekturbüro, welches auch für die Rostocker Konzernschwester tätig ist, besonders auf freundliche mediterrane Farben und eine gehobene Materialauswahl. Und, ganz anders als bei Aida, auf viel Karibik an Bord.

Denn vielleicht schon als Vorgriff auf kommende Kuba-Kreuzfahrten bietet die „Carnival Vista" viele kubanische Stilelemente. Sie prägen an vielen Stellen die Einrichtung in den öffentlichen Räumen und auch einigen Kabinen. Perfekt umgesetzt wird dieses Konzept in der Havanna Bar. Deren Außenbereich ist lediglich bis 17 Uhr nur den Suiten-Gästen vorbehalten. Am Abend wird daraus eine gut frequentierte Zone mit einem weiteren Pool, einer angesagten Cocktailbar und natürlich Latino-Rhythmen von einer mehrköpfigen Band – eine der stimmungsvollsten Bars auf See überhaupt.

In Palma wird die „Carnival Vista" in diesem Sommer noch mehrfach Station machen, das nächste Mal schon an diesem Freitag (8.7.). Ihre endgültige Destination ist dann jedoch die Karibik. Und Carnival Cruise Line kommt erst 2018 wieder nach Europa, dann mit dem Schwesterschiff der „Vista". See you on Mallorca – vielleicht dann auch mit noch mehr deutschen Gästen an Bord, die sich für den American Way of ­Cruising begeistern können.

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