Ein Virus namens Peguera

Wie ein legendärer Boulevard, eine große Auswahl an Hotels, breite Strände und berüchtigte Sonnenuntergänge ansteckend wirken können

12.08.2016 | 10:16

Ein Geheimtipp, das ist Peguera schon lange nicht mehr. Bei Face­book gibt es ganze Fangruppen. Zehntausende Urlauber zieht es Jahr für Jahr in den beliebten Urlaubsort im Südwesten von Mallorca. Manche gar mehrmals.

„Peguera ist meine große Liebe – vom ersten Urlaub an", sagt per Facebook-Messenger Daniela Potthoff aus Franken in Bayern. Seit 22 Jahren kommt sie schon. Erst alleine, dann mit der Familie. Zuletzt war die 48-Jährige im Mai da, der Flug für September ist schon gebucht. Es sei wie ein Virus, sagt sie.

Daniela Potthoff kommt regelrecht ins Schwärmen: „Ein kleiner wundervoller Ort, mit einem wunderbaren Boulevard mit vielen Geschäften zum Flanieren und traumhaften Stränden." Man könne Wanderungen in Richtung Cala Fornells unternehmen, Tanzen gehen, den kleinen Markt besuchen. Und es gibt eine große Vielfalt an Hotels. „Ich war jahrelang im Mar y Pins, habe den Aufstieg und Untergang miterlebt", erzählt sie. Auch im Valentín Park, Morlans Garden und zuletzt im s´Olivera sei sie sehr zufrieden gewesen.

Das Hotel war auch für Ruth und Markus Klesper aus Münster ein Grund zum Wiederkommen. Zum vierten Mal in Folge sind sie im Don Antonio abgestiegen. „Es liegt oben am Hang, dort ist es schön ruhig und wir haben einen tollen Blick", sagt Markus Kles­per. Die beiden haben es sich auf einer Bank in der Tora-Bucht bequem gemacht. Hier sind sie am liebsten und genießen auch gerne mal eine kühle Sangria in einer der Strandbars.

Wer es lieber mit Kaffee und Kuchen hält, der schaut vielleicht im Café Strandperle von Markus und Caroline Schönekerl oberhalb der Bucht vorbei. Warum die Menschen immer wieder gerne nach Peguera kommen? „Es ist einfach sehr persönlich und beschaulich wegen der vielen
kleinen Betriebe. Der Chef arbeitet hier noch selbst, dass mögen die Leute", sagt Markus Schönekerl. Unter ihren Gästen sind viele Wiederholungstäter. „Die Gesichter kann man sich gut merken, beim Namen wird es manchmal schwierig", sagt er.

Im Sommer die familienfreundlichen Strände, im Herbst und Winter lange Spaziergänge und Wanderungen in der Umgebung: Peguera ist besonders unter deutschen Urlaubern beliebt. Aber nicht nur: Sabrina und Xavier Jacques aus Straßburg spazieren gerade am Rande der kleinsten Bucht, Romana, entlang, es geht durch ein wenig Gestrüpp die Klippen hoch. Von dort oben sieht man in einer Mini-Bucht drei Jugendliche schnorcheln. Weit und breit ist sonst keiner zu sehen – auch solche abgeschiedenen Ecken gibt es in Peguera. Sabrina und Xavier Jacques fliegen am Mittwoch nach acht Tagen wieder zurück nach Straßburg. „Wir können uns sehr gut vorstellen wiederzukommen", sagen auch sie. Der Virus hat sie befallen.

Das Problem mit dem Abreisen hat Robert nicht. Der Deutsche, der seinen Nachnamen nicht nennen will, weil ihn ja sowieso schon alle dank einer Webcam kennen würden, lebt schon seit 22 Jahren auf der Insel. Natürlich seien vor allem die drei schönen Buchten Romana, Tora und Palmira mit ihrem kristallklaren Wasser ein guter Grund für einen Urlaub in Peguera. Außerdem sei die Stimmung hier ausgesprochen entspannt – was auch daran liegen könnte, dass sich die Leute so gut aus­kennen. Robert verkauft Fahrkarten für verschiedene Ausflugsschiffe. Eine der Fahrten führt gen Sonnenuntergang. „Peguera ist für seine Sonnen­untergänge berüchtigt", sagt Robert, „sie sind jedes Mal anders."

Und wer davon genug hat, kann auch andere Sehenswürdigkeiten schnell erreichen. Die gute Anbindung wird von allen Gesprächspartnern gelobt. „Ich bin in wenigen Minuten in Palma und kann von dort aus die gesamte Insel erkunden. „Im Gegensatz zu Cala Ratjada oder Alcúdia muss ich nicht erst eine Stunde fahren, um die wunderschönen Urlaubsorte wie Valldemossa oder Deià zu erreichen", sagt Daniela Potthoff. Und so überlaufen wie an der Ostküste sei es in Peguera auch nicht – wobei die Bilder hier eine andere Sprache sprechen. So ein Virus ist halt ansteckend. /bst

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