Sa Bassa Blanca: Besuch beim Nashornskelett

Führung durch ein außerordentliches Museum, das Tierskulpturen, nordafrikanische Laienkunst, große Namen und Kinder aus früheren Zeiten vereint

01.11.2016 | 07:44

Schon ab Alcúdia findet man die lilafarbenen Richtungsschilder zu diesem besonderen Museum, das gut versteckt und nur über eine ruckelige Straße zu erreichen ist. Das Künstler- und Sammlerehepaar Yannick und Ben Jakober hat Sa Bassa Blanca 2001 eröffnet. Seither wächst es beständig. Es beherbergt im vom ägyptischen Architekten Hassan Fathy entworfenen Haupthaus unter anderem marokkanische Laienkunst und einen Raum mit Werken von Rebecca Horn. Zudem gibt es die weltweit einzige Sammlung histo­rischer Kinderporträts, einen Skulpturen- und einen Rosengarten und den Sokrates-Raum mit seiner Mischung aus alter und moderner Kunst.

Der Guide
An diesem Morgen macht Stefanie Sloboda die Führung. Die Stuttgarterin lebt seit 16 Jahren auf Mallorca, seit zwei Jahren ist sie bei der Jakober-Stiftung angestellt. Früher hat sie in einem Steuerbüro gearbeitet. „Das Museum und ich haben einander gefunden", sagt sie über den Jobwechsel. Ein Kunst­studium hat sie nicht. „Merkt man aber nicht, oder?", sagt sie lachend. Nein, tut man nicht.

Sloboda gestaltet ihre Führung charmant und persönlich. Bei manchen Bildern erklärt sie neben der Geschichte auch ihre Perspektive auf das Werk. Sie versucht die Gruppe durch Fragen zum Mitmachen zu animieren. Sloboda macht die Führung heute auf Deutsch, kann aber auch Englisch und Spanisch. Eine Kollegin, Maria Cerdà, bietet zusätzlich Katalanisch an.

Die Gruppe
Die zehnköpfige Gruppe ist ziemlich ruhig. Es werden kaum Fragen gestellt. Die Teilnehmer flüstern sich höchstens ein paar Worte zu. Eine ältere Frau ist mit ihrer Freundin da. Immer wieder sagt sie: „Jetzt kommt was Tolles!", wenn es in einen neuen Raum geht. Sie stellt sich als Mecki vor. „Ich muss jedes Jahr mindestens einmal hierher", sagt sie. Die Inselresidentin hat das Museum vor zehn Jahren entdeckt. „Mich fasziniert die Vielfalt zwischen alter und moderner Kunst."

Christine und Harry aus Köln sind hingegen zum ersten Mal hier. Das junge Paar hatte in zwei Büchern gelesen, dass das Museum weltweit einzigartig sei. „Wir sind extra aus Cala Millor gekommen", sagt Christine. Ihr Fazit am Ende: „Am besten hat mir eigentlich das Haus gefallen. Bei den Kinderporträts faszinieren mich die Details bei der Kleidung."

Das nehmen wir mit
Sa Bassa Blanca ist eine Oase fernab der Realität. Zwischen Meer und Bergen gelegen, ist dieser Ort auch landschaftlich einen Besuch wert. Man muss nicht alle Kunstwerke gut finden, die hier ausgestellt sind, aber Yannick und Ben Jakober haben tatsächlich etwas ganz Besonderes geschaffen, das im steten Wandel ist. Hier wird gekonnt mit dem Gegensatz zwischen alter und moderner Kunst gespielt – besonders eindrücklich im Sokrates-Raum mit seinen fossilen Nashornknochen, einer Masken­sammlung, aber auch modernen Werken etwa von Ben Jakober und Miquel Barceló.

Der eher museale Teil mit den Kinderporträts ist gleichermaßen faszinierend und bedrückend, aber nicht so verspielt wie die anderen Teile des Museums. Mit dem Skulturenpark wurde ein Ort geschaffen, der vielen Besuchern, besonders Kindern, gefällt. Das Haupthaus zeugt mit seiner Mischung aus Laien­kunst und großen Namen wie Rebecca Horn vom den offenen Geist der Sammler.

Wann, wie, wo?
Vor dem Besuch unter Tel.: 971-54 98 80 anzurufen, ist das wichtigste Gebot, wenn man das Museum Sa Bassa Blanca besuchen will. Führungen gibt es nur mit Termin. Im Museum wird versucht, die Rundgänge einsprachig (Deutsch, Spanisch, Englisch, Katalanisch) zu halten. Termine sind montags sowie mittwochs bis samstags um jeweils 11 und 15 Uhr. Dienstags ist der Eintritt frei. Bei dem Vorabtelefonat wird auch geklärt, welche Teile des Museums man sehen will. Der Besuch aller drei Bereiche dauert zwei Stunden. Eintritt 9 bis 15 Euro (ermäßigt 7 bis 12 Euro).


www.fundacionjakober.org

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