Ziergräser: ein Hauch von Wildnis im Mallorca-Garten

Der britische Gartendesigner Mark Whiting gibt Tipps

02.11.2016 | 02:30
Traumpartner mit gleichem Wasserbedarf: das Lampenputzergras (hinten), Lavendel in der Mitte und die Neuseeländische Segge (vorne rechts)

Ziergräser liegen auf der Insel im Trend. Der Grund: Auf der Suche nach Pflanzen, die ohne großen Wasserverbrauch den Sommer überstehen, trifft man auf eine große Auswahl von Gräsern. „Ihr Wasserbedarf ist gering, sie mögen Hitze", sagt der britische Gartendesigner Mark Whiting.

Die filigranen Ährenblütler lockern in den von ihm entworfenen Gärten in ornamentalen Reihen die eher statisch wirkenden Natursteinmauern auf. Auch zwischen Formschnitten bilden die Grasstauden lebendige Kontraste. Schon mit dem leisesten Windhauch beginnen ihre schwingenden Bewegungen, ihre Halmen bringen einen Hauch Wildnis in gestaltete Gärten. Und widerstandsfähig sind ihre robusten Halme obendrein.

Zu den Ziergräsern, die sich auf der Insel bewährten, zählt das Lampenputzergras (Pennisetum alopecuroides), das schon in einem Jahr eine Wuchshöhe von einem Meter erreichen kann und Scheinähren bildet. Diese entwickeln sich vom Sommer bis zum Herbst von hellem Grün bis zum intensiven Rosa. Im ersten Jahr sollten – so Whiting – nur die trockenen Halme und Ähren entfernt werden, im zweiten Jahr rät er zu einem Rückschnitt nach den ersten Regenfällen im Oktober oder November auf eine Höhe von 15 Zentimetern. Das Lampenputzergras bildet Horste, es eignet sich jedoch auch, um ganze Flächen zu bewachsen. „Dann sollten die Setzlinge in Abständen von
60 Zentimetern gepflanzt werden", rät der Gartendesigner. Man müsse auch damit rechnen, dass sich die Gräser selbst aussäen.

Stärker Rot gefärbt sind die – bis zu 20 Zentimeter langen – Ähren des Roten Lampenputzergrases (Pennisetum setaceum rubrum), das ohne Weiteres eine Höhe von eineinhalb Meter überschreiten kann. Auch hier ist ab dem zweiten Jahr ein Schnitt angesagt, trockene Pflanzenteile sind regelmäßig zu entfernen. Die purpurrote Version des Lampenputzergrases neigt zur Bildung großer Horste und eignet sich deshalb bestens als Solitärpflanze
Die dritte Pennisetum-Art für den Inselgarten ist das Wollige Federborstengras (Pennisetum villosum). Die weißen, behaarten Rispenblüten können bis zu 15 Zentimeter Länge erreichen, die Pflanze wächst klein (50 Zentimeter) und kompakt, kann aber auch stattliche Stauden bilden. Auch diese Grasart eignet sich für größere Flächen, die Setzlinge werden dann in Abständen von 60 Zentimetern gepflanzt. Laut Whiting ist bei dem Federborstengras der jährliche Schnitt nicht zwingend, es reiche aus, wenn die immergrüne Staude regelmäßig von trockenen Ähren und verwelkten Pflanzenteilen befreit wird.

Weil es an einen Pferdeschwanz erinnert, wird das dekorative Mexikanische Federgras (Stipa tenuissima) im Englischen auch ponytail genannt. Meist neigt es sich leicht in eine Richtung und erreicht dann eine ­Höhe von 40 bis 50 Zentimetern. Whiting setzt das Federgras in seinem Design sowohl als Reihen als auch als Flächen ein. Die Blüten des Grases sind eher unscheinbar, seine Halme machen es zu einem attraktiven Partner für blühende Sträucher.
Die Neuseeland-Segge (Carex tenuiculmis) pflanzt man in Abständen von mindestens einem halben Meter, damit ihre langen Riemenblätter nach allen Seiten auf den Boden fallen und wuschelige Stauden bilden können. Die Neuseeländische Segge ist mit einer Wuchshöhe von 30 Zentimetern die kleinste unter den hier aufgeführten Ziergräsern.

Damit diese in den Insel-Beeten gut zurechtkommen, lässt Whiting auf die Gartenerde Sand geben, darauf wird eine dicke Schicht Kompost geschüttet. Anschließend verlegt man die Schläuche für die Bewässerungsanlage. „Ziergräser gedeihen am besten mit wenig, aber regelmäßiger Feuchtigkeit", sagt der Brite. Sie mögen es nicht allzu trocken, vertragen aber keine Staunässe.

Auf die Bewässerungsanlage wird eine hauchdünne Unkrautfolie verlegt, die gleichzeitig vor Verdunstung schützt. In die Aussparungen der Folie werden dann die Setzlinge gepflanzt. Findet dies in den Wintermonaten statt, können die Pflanzen bis zum Sommer kräftige Wurzeln bilden.
Die Lebensdauer der Ziergräser ist allerdings begrenzt. Alle vier bis fünf Jahre müssen sie neu gepflanzt werden. Aber es gibt auch Ausnahmen: Das Wollige Federborstengras in Whitings eigenem Garten gedeiht nun schon im
neunten Jahr.
 

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