Balearen-Parlament - die große Bühne der Politik

Seit mehr als 150 Jahren steht das Gebäude im Zentrum Palmas und hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich

21.04.2017 | 15:20

Es war ein Klub vermögender Mallorquiner, der sogenannte ­Círculo Mallorquín, der das heute so prächtige Gebäude an der Carrer de Conquistador mitten in Palma um 1850 erbauen ließ. Man nutzte das damals noch etwas kleinere Haus vor allem für kulturelle Veranstaltungen, Kunst wurde ausgestellt, Konzerte gespielt.

In Teilen der heutigen Büros, wo Juristen Akten wälzen, waren früher Spiel- und Lesezimmer für die Klub-Mitglieder eingerichtet. In der heutigen Cafeteria wurden Schachturniere veranstaltet, im Sitzungssaal für Ausschüsse drehten sich Roulette-Tische. Immer wieder gab es im Laufe der Jahre große bauliche Veränderungen.

Schon zwei Jahre nach der offiziellen Eröffnung wurde der heutige Plenarsaal ausgebaut. Er diente erst als Ball- und Festsaal, wurde dann als Theater genutzt. Über mehrere Jahre ersetzte er das offizielle Stadttheater, als dieses renoviert werden musste.Danach wurde der spanische Maler Ricardo Ankermann (1842 bis 1907) mit der erneuten Umgestaltung des Saals beauftragt. Er sollte dem Raum mit Bildern und Skulpturen wieder ein luxuriöseres Ambiente verschaffen.

Die nächsten größeren Veränderungen standen 1913 ins Haus, als Renovierungen fällig waren. Dabei stand vor allem das Wohlbefinden der Mitglieder des Círculo Mallorquín im Vordergrund, das etwa durch den Einbau eines Aufzugs oder einer Heizung verbessert werden sollte. Im Zuge dieser Arbeiten entstand auch die prachtvolle Jugendstil-Fassade.

Nach dem Tod des spanischen Diktators Francisco Franco (1892 bis 1975) folgte der bislang letzte große Wandel in der Nutzung des Gebäudes. Nach Gründung eines Regionalparlaments für die Balearen wurde 1983 ein Sitz für die Politiker gesucht. Der Círculo Mallorquín war zu dieser Zeit in Finanznöten und hatte den jetzigen Plenarsaal teilweise für Bingospiele genutzt, um Geld einzunehmen. Das herrschaftliche Haus bot genug Platz für die Kommissionen und die Abgeordneten. Für etwa 900.000 Euro inklusive Mobiliar, Kunstwerken und Bibliothek wechselte es den Besitzer. Das Haus wurde frisch renoviert und steht seit 1990 offiziell unter Denkmalschutz.

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Leben

Der Hamburger „Geyperman" ist die Spezialität des Hauses und kostet 11 Euro.
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