Wie aus der Mallorca Zeitung Tassen und Körbe werden

Christine Kondziella flechtet aus Zeitungspapier kleine Kunstwerke

30.04.2017 | 01:00
Wie aus der Mallorca Zeitung Tassen und Körbe werden

Die Mallorca Zeitung taugt nicht nur zum Lesen oder – danach – zum Einwickeln von Fischen. Es lässt sich auch sehr gut mit ihr basteln. „Einmal damit angefangen, macht das regelrecht süchtig", sagt Christine Kondziella. In ihrer Freizeit bastelt die 52-Jährige aus alten Ausgaben Körbe, Tassen und sogar Vogelkäfige.

Auf die Idee kam die Deutsche, die seit zwölf Jahren in Arenal lebt, als sie entsprechende ­Anleitungen im Internet sah. „Das war mir aber viel zu kompliziert, da sollte man alles ganz genau abmessen. Deshalb habe ich meine eigene Technik entwickelt."

Zuerst müssen dabei die Röhrchen gerollt werden, die später geflochten werden. Dazu nimmt Kondziella drei ausgeklappte Seiten der Mallorca Zeitung, legt diese möglichst genau übereinander und faltet sie dann einmal quer und zweimal längs in der Mitte. Die Kanten werden längs aufgeschnitten, sodass die aufgeklappten Seiten schließlich geviertelt sind. Dann nimmt Kondziella einen Schaschlikspieß und wickelt die Streifen in steilem ­Winkel da­rum auf. „Das muss nicht ganz gleichmäßig sein. An einer Seite dürfen die Röllchen auch etwas breiter sein", erklärt die passionierte MZ-Leserin, die in ihren zwölf Mallorca-Jahren erst eine Ausgabe verpasst hat.

Mit einem Klebestift befestigt sie das Ende des Streifens am Röhrchen und zieht den Spieß he­raus – fertig. „Das Rollen der Röhrchen dauert immer am längsten", sagt Kondziella. Für eine große Tasse, die sie der Redaktion schenkte, benötigte sie fast 200 Stück. Circa 90 Röhrchen stecken in einem etwas kleineren Korb.

Nun geht es ans Grundgerüst. Für Objekte mit geradem Boden empfiehlt es sich, Löcher in gleichmäßigem Abstand in ein Stück Pappe zu machen und die Röhrchen hindurchzustecken. Man kann aber auch ohne Pappe anfangen und die Röhrchen miteinander verknoten. „Da gibt es verschiedene Möglichkeiten, der Anfang mit der Pappe ist allerdings ein bisschen einfacher."

Danach kann das Flechten beginnen. „Das ist wirklich ganz einfach, fast so wie wenn man Haare flechtet", erklärt Kondziella. Sie nimmt die Enden des Röhrchens und dreht sie abwechselnd um die Stangen des Gestells. Die Röhrchen können ineinander gesteckt werden, um sie zu verlängern – der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt.

„Beim Flechten komme ich zur Ruhe und kann abschalten", sagt Kondziella. Für sie ist das Besondere an ihren Werken, dass man sieht, dass sie aus Zeitung gemacht sind. „Man kann sie natürlich auch lackieren und so länger haltbar machen, aber ohne Lack gefallen sie mir besser." Kondziella hat schon viele Ideen für weitere Objekte. Aktuell arbeitet sie an einem Vogelkäfig, in den später ein kleiner bunter Vogel aus Glas einziehen soll – ein Geschenk aus den Vereinigten Staaten. „Da kommt er dann endlich richtig zur Geltung", freut sie sich.

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