Die Malocher von den Dorffesten auf Mallorca

Hinter jedem der so zahlreichen mallorquinischen Sommerfeste stehen Dutzende Menschen, die es organisieren, überwachen, auf- und abbauen müssen. Ein Blick hinter die Kulissen

31.08.2017 | 06:13
Ohne Musiker und sonstige Künstler ist ein Fest kein Fest.

Kaum eine Woche vergeht auf Mallorca dieser Tage, ohne das gleich mehrere Dorffeste stattfinden. Um so eine verbena erst zum Laufen und dann gut über die Bühne zu bringen, sind viele helfende Hände vonnöten – Polizisten, Feuerwehrleute, Sanitäter, Licht- und Soundtechniker, Mitglieder des Zivilschutzes und natürlich die Künstler, die die Besucher zu unterhalten haben. Auf der Insel nennt man all diese Menschen verbeneros. An der Partyfront sehr oft dabei sind die Mitarbeiter der Event-Firma Trui aus Palma. Am vorangegangenen Freitag (11.8.) hatten sie eine Bühne für eine verbena auf dem Hauptplatz von Llucmajor errichtet. Nur wenige Stunden später strömten Hunderte in den Ort, um Musikern wie Valnou, Ipop's, Ander Grauns und DJ Mari zuzujubeln. Bereits am Morgen vor so einem Sommerfest beladen die Trui-Leute ihre Lkw mit allem, was nötig ist. Dann folgt der Transport, das Entladen und die Montage. Nicht selten kommen so 20 Arbeitsstunden pro Person am Stück zusammen.

Nach den Bühnenmonteuren rücken die Bandmitglieder an, zunächst stehen Soundchecks an. Während der verbena schlägt dann die Stunde der Ton- und Lichttechniker. Und es sind weitere Menschen im Arbeitseinsatz: Polizisten und Mitglieder des Zivilschutzes passen auf, dass niemand über die Stränge schlägt oder dass sich Minderjährige nicht mit Alkohol volllaufen lassen. Und Sanitäter hoffen, dass sie niemanden ins Krankenhaus schaffen müssen.

José Manuel Reina arbeitet für den Zivilschutz des Weindorfes Binissalem. Wenn dort wie jedes Jahr im September mehrere Tage lang das traditionelle Weinfest La Vermada stattfindet, ist er zuweilen 24 Stunden im Einsatz. „Der härteste Tag ist der mit der Traubenschlacht, dem Festessen im Freien, der Kutschenparade und der verbena danach bis zum nächsten Morgen." Man spricht sich mit den Ortspolizisten und den Mitarbeitern des örtlichen Gesundheitszentrums ab. „Wir vom Zivilschutz sind rund zwölf Leute und arbeiten in Schichten", sagt Reina. Er greift ein, wenn es zu Schlägereien kommt oder wenn Besucher nach zu hohem Alkoholkonsum zusammenbrechen. 80 Prozent der Zwischenfälle ereignen sich außerhalb des eigentlichen Konzertareals. „Es gibt Beschwerden über zu viel Lärm, Schlägereien und Besäufnisse, was völlig normal ist", sagt José Manuel Reina. Zugangssperren wie jüngst beim Dorffest in Biniali hätten größere Probleme verhindert.

Die Ortspolizisten wissen am besten, wie es in den letzten Jahren bei solchen Festen zuging. „Sie errechnen, mit wie vielen Beamten sie vor Ort sein müssen", sagt Joan Salvà, Sicherheitsbeauftragter der Gemeinde Llucmajor.

Bereits Monate vor einer verbena beschäftigt sich Pere Bennasar, Betriebswirt bei Trui, mit dem Thema. Er präsentiert den ­zuständigen Dorfdezernenten Kostenvoranschläge und andere Angebote. Am Tag des Events muss er vor Ort sein und alles koordinieren: „Wir sind das Bindeglied zwischen der Gemeinde, die uns beauftragt hat, und den Licht- und Tontechnikern und Installateuren und müssen ihnen ihre Arbeit erleichtern, damit alles bestens funktioniert", sagt er.

Im August ist es üblich, dass die Trui-Leute parallel in mehreren Dörfern zugange sind. „Ich muss auch nachschauen, was der DJ ­auflegt, die Stunden für die Proben organisieren und alles Sonstige bis zum nächsten Morgen koordinieren", sagt Pere Bennasar. „Und das beispielsweise gleichzeitig in Muro, Inca und Pollença."

Für all die Menschen, die so ein Dorffest auf die Beine stellen und am Laufen halten, gilt das, was uns ein Trui-Soundtechniker zum Abschied sagt: „Es ist sehr gut, dass die Leute Party machen, aber sie müssen verstehen, dass wir nicht unsichtbar sind, sondern dass wir Menschen sind, die auch mal leiden, wenn sie bei 40 Grad etwas aufbauen müssen oder nachts wie jüngst in Can Picafort frieren."

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