12. Juni 2018
12.06.2018

Artenvielfalt beim Mandelfeld auf Mallorca

Die richtige Gartenpflege will gelernt sein – und erst recht, wie man die verschiedenen Pflanzen strategisch gut platziert. Einblicke in einen farbenprächtigen Garten, den Landschaftsarchitektin Erika Könn gestaltet hat

12.06.2018 | 18:33
Oben am Hang blüht der Strandflieder, weiter unten Prachtkerze und Echium – zwischendrin bedeckt Rosmarin den Boden

Das Ziergras neben der Auffahrt wiegt sich heftig im Wind, der vom Puig de Randa auf Mallorca her weht. Weder dem Mexikanischen Federgras (Stipa tenuissima) noch den Gartenbesitzern macht das etwas aus. Damit es sich nicht hemmungslos in der Umgebung vermehrt, kann man seine Samen auskämmen.

Nicht alle Gewächse sind so resistent gegen Wind und Kälte. Deshalb hat die Ingenieurin für Landschaftsarchitektur Erika Könn aus Binissalem bei der Planung des Gartens darauf geachtet, dass im Eingangsbereich Pflanzen wachsen, die hart im Nehmen sind. Die Farbenpracht nach zwei regenreichen Wintern ist jetzt im Mai dennoch kaum zu überbieten. „Diese Vielfalt war von den Besitzern gewünscht", sagt Könn. Heute sind wegen des starken Windes wenig Insekten unterwegs, an windstillen, warmen Tagen bieten die Gewächse im Garten Nektarsuchern hohe Biodiversität.

Auf der 20.000 Quadratmeter großen Fläche des Anwesens, auf dem ursprünglich nur Mandelbäume wuchsen, sind nur die Flächen direkt beim Haus gärtnerisch gestaltet. Auf dem Weg dorthin wachsen rechter Hand ganz außen die niedrigen Stauden des üppig in Weiß bis Rot blühenden Spanisches Gänseblümchens (Erigeron karvinskianus). Dahinter bringen sich höher wachsende Sträucher in Szene: Rosen öffnen ihre Knospen in Weiß und Rosa, der Lavendel strahlt in Hellblau. Dazwischen blinken die pinkfarbenen Miniblüten der Prachtkerze (Gaura), die zusätzlich über interessantes, dunkles Blattwerk verfügt. Die Mitte des Beetes ziert ein niedriger Granatapfelbaum. Auf beiden Seiten der Auffahrt pflanzte man Oleanderbäume mit Stamm und Krone. Der Grund: Der Nerium oleander (adelfa span., baladre kat.) ist ein Dauerblüher für die Sommerzeit.

Neben dem Garten am Eingang befinden sich im Windschatten von Mandelbäumen drei Hochbeete. In einem von ihnen wachsen aromatische Kräuter. Neben einem Salbeistrauch mit riesigen Blättern gedeiht auch das Curry­kraut (Helichrysum italicum) prächtig, wie auch der Baldrian (Valeriana) und die Zitronen­verbene (Lippia citriodora). Oder der auf der Insel wild wachsende Meerfenchel (Crithmum maritimum bot., hinojo marino span., fonoll marí kat.), der im Kräuterbeet eher selten anzutreffen ist. Ein Limettenbaum mitten im Beet muss noch wachsen, der Standort gefällt ihm offensichtlich.

In den anderen Hochbeeten wird Gemüse angebaut. Prächtige Kohl- und Salatköpfe sowie Lauch und Zwiebeln wachsen hier. Und Artischocken, deren Knospen man jedoch nicht erntet, damit sie bald ihre spektakulären violetten Blütenköpfe bilden.

Linker Hand vom Eingangsbereich hat Könn das Rund eines ehemaligen Dreschplatzes erhalten. Zum Haus hin nivellieren Mauern aus Santaní-Marès-Kalkstein den Höhenunterschied. Zwischendrin blühen Taglilien (Hemerocallis) in hellem Gelb, sie wachsen gemeinsam mit Agapanthussträuchern. Diese sind derzeit noch im Knospen-Modus, die Blüte lässt auf sich warten. „Die beiden kombiniere ich gerne", sagt die Gartenarchitektin, die Blätter ähneln sich, und eine Pflanze blüht kurz nach der anderen.

Direkt beim Haus klettert ein Sternjasmin (Trachelospermum jasminoides) an einer Pergola empor. Seine weißen duftenden Blüten werden sich in Kürze zeigen. Hinter dem Haus liegt der Poolbereich. Hier wird die Hangbepflanzung oben von einer Reihe blauviolett blühendem Strandflieder (Limonium) gekrönt. Ihm folgen bodendeckend viele Exem­plare des kriechenden Rosmarins, zwischendrin zeigen sich Gaurastauden, das Rosa Haargras (Muhlenbergia capillaris), und ganz unten wächst das Echium. Der prächtige Strauch mit den riesigen Blüten und dem seltsamen deutschen Namen „Natternkopf" ist im Garten immer wieder anzutreffen.

Auf der Natursteintreppe nach unten gelangt man zur Ebene der Mandel­plantage. Die Baumreihen sind immer wieder unterbrochen von grünen Flächen, die wie Rasen wirken, aber in Wirklichkeit Wiesen sind. Überalterte Mandelbäume wechselte Könn durch Jungpflanzen aus. Zusätzlich sind Aprikosen-, Apfel- und Orangenbäume gesetzt worden. Und weil – wie in einem Urlaub in Ungarn zu erfahren war – erst sieben Pflaumenbäume wahren Reichtum ausmachen, pflanzte man natürlich auch genau so viele pruneras.

Mehr Infos auf www.erikakoenn.jimdo.com

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