Montport III: Deutsche Investoren sehen sich als "Bauernopfer" 

01.05.2008 | 02:00
Hier sollte gebaut werden: Günter Lauhus und Sohn Daniel mit ihrem ýtoten Kapital".
Hier sollte gebaut werden: Günter Lauhus und Sohn Daniel mit ihrem ýtoten Kapital".

Die Baugrube war bereits ausgeschachtet. Daneben türmen sich Natursteine, die für die Fassaden verwendet werden sollten. Die Erschließungsstraße hinauf zum Grundstück ist asphaltiert und gesäumt von Laternen, Stromkästen und Installationen der Telefónica. Sie sollten die 53 Grundstücke der Bauphase III der Siedlung Montport versorgen, gelegen in den Hügeln über dem Hafen von Andratx. Doch wenn das Balearen-Parlament wie geplant am kommenden Dienstag (6. Mai) das seit vergangenem Jahr geplante Gesetz zur „nachhaltigen Entwicklung" verabschiedet, wird es keine Phase III in Montport geben. 

Von Frank Feldmeier



Betroffen sind davon mehrere deutsche Investoren. Einer der Bauträger ist die Firma „xtrandratx". Geschäftsführer Günter Lauhus und sein Sohn Daniel hatten sechs Häuser in Montport III geplant. Sie fühlen sich nun als „Bauernopfer", für die sich nach den Skandalen in der Bebauungspolitik auf Mallorca niemand starkmachen will. „Wir prüfen, ob sich die Politiker strafbar machen", sagt Lauhus. Denn es handle sich bei Montport III um längst genehmigtes Bauland, die geplante Deklassifizierung verstoße eindeutig gegen bestehende Gesetze. Die Eigentümer von Phase III beziffern den Schaden auf rund 48 Millionen Euro - auf Basis der Grundstückspreise, Wertsteigerungen und bisherigen Erschließungskosten. Der entgangene Gewinn sei nicht mitgerechnet.



Dass Schadensersatzzahlungen geleistet werden müssen, wird von der Landesregierung nicht bestritten. Diese lägen jedoch weit unter den Schätzungen der Bauträger, sagt Bernat Aguiló, Leiter der Abteilung für Raumordnung. „Diese Ankündigungen haben nur das Ziel der Einschüchterung" - das geplante Gesetz solle so zu Fall gebracht werden. Im Fall von Montport ist der Fall jedoch komplizierter, als es auf den ersten Blick scheint. „Wir vermuten, dass die Abgeordneten die Details gar nicht kennen", sagt Lauhus. Das beginnt schon mit dem Standort. Phase III, die jetzt gestoppt werden soll, hat nichts mit den Apartmentblocks zu tun, die den Skandal um Ex-Bürgermeister Eugenio Hidalgo in Andratx auslösten. Die Siedlung befände sich mehr als anderthalb Kilometer vom Meer entfernt und sei von dort gar nicht zu sehen. Stattdessen zeigt Lauhus auf den Hügel auf der anderen Seite der Bucht. Dort werde weitergebaut, obwohl die Häuser weithin sichtbar seien und die Infrastruktur nicht erschlossen sei.



Anders bei Montport III, die Urbanisation verfüge über die komplette Infrastruktur. Während die Bewohner der Phasen I und II wie in vielen anderen Urbanisationen der Gemeinde noch immer auf Sickergruben angewiesen seien, habe man für Phase III auf eigene Rechnung ein Kanalsystem angelegt. Dieses sei bereits vor zwei Jahren von der Gemeinde endgültig abgenommen worden, sagt Anwalt Manuel Cerdó, der die Interessen der Investoren vertritt. Dem Gebiet sei sowohl im Raumordnungsplan Mallorcas als auch in den vor einem Jahr verabschiedeten Bauvorschriften der Gemeinde der Status als Bauland bestätigt worden.



Alle Parteien seien auf diesen Sachverhalt hingewiesen worden, sagt Lauhus, man habe in den vergangenen Monaten den Dialog gesucht. Aber offenbar wollten die Politiker wissentlich eine ungesetzliche Handlung begehen. „Unser Problem wird nicht sein, Recht zu bekommen, sondern dass wir sehr lange darum kämpfen müssen." 

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