Scanner-Offensive gegen Autos ohne Versicherung

31-01-2008  
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Mit diesem Apparat will die Guardia Civil Fahrern ohne Versicherung auf die Spur kommen. Efe

Autofahren ohne Versicherung ist in Spanien ein ernsthaftes Problem: Im vergangenen Jahr verur­sachten Fahrer ohne entsprechende Police einen Gesamtschaden in Höhe von mehr als 40,5 Millionen Euro. Auf den Balearen mussten im Jahr 2007 immerhin fast 2,48 Millionen Euro aus der Kasse eines entsprechenden Auffangfonds der Versicherungs­gesellschaften bezahlt werden.

Von Silke Droll

Spaniens oberste Verkehrsbehörde (Dirección General de Tráfico) will die Zahl der Versicherungslosen jetzt mit einem neuen System massiv reduzieren und deren Straffreiheit ein Ende setzen. Die Guardia Civil ist den Autofahrern ohne Versicherung seit einigen Tagen mit speziellen Datenabgleichautos auf der Spur.

Tests auf dem Festland
Insgesamt zwölf spezielle Polizeiwagen mit einer Kamera und einem Nummernschild-Scanner wurden auf dem Festland bereits auf Tour geschickt. Diese lesen Kennzeichen ab und überprüfen sie mithilfe zur Verfügung gestellter Daten der Versicherer und des nationalen Fahrzeug- registers. Nach Angaben der Verkehrsbehörde können mit den auf den Balearen noch nicht eingesetzten Geräten mehrere Verkehrsspuren abgescannt werden. Wenn eine verdächtige Nummer erkannt wird, sagt eine Automatenstimme dem Fahrer der Guardia Civil: „Keine Pflichtversicherung." Der Beamte soll den jeweiligen Fahrer dann anhalten und zur Rechenschaft ziehen. Wer nicht versichert ist, wird angezeigt und muss tief in die Tasche greifen. Die Geldbußen liegen bei 1.000 Euro für Motorräder, 1.500 Euro für normale Autos und 2.600 Euro für größere Fahrzeuge. „Es rentiert sich also, eine Pflichtversicherung abzuschließen", argumentierte der Leiter der obersten Verkehrsbehörde, Pere Navarro, bei der Vorstellung des neuen Systems.

Drei Systeme im Test
Bei den Kontrollen werden derzeit drei Systeme von unterschiedlichen Herstellern ausprobiert. Nach einer Pilotphase wollen sich die Behörden für ein System entscheiden, weitere Wagen der Guardia Civil damit ausstatten und diese landesweit und damit auch auf den Balearen einsetzen. In Zukunft soll das neue System auch zum Abgleich mit weiteren Datenbeständen benutzt werden und so helfen, gestohlene oder gesuchte Fahrzeuge ausfindig zu machen. Weitere Verwendungen sind geplant. Auf den Balearen wurden im Jahr 2006 exakt 874 Unfälle registriert, bei denen der Unfallverursacher keine Versicherung abgeschlossen hatte. 2007 waren es 699. Spitzenreiter in dieser Statistik ist Andalusien. Dort wurden im vergangenen Jahr 3.521 Unfälle mit Verursachern ohne Versicherung registriert. Für ganz Spanien liegt die Zahl bei 15.879, bisher wurden aber noch nicht alle Fälle aus dem Jahr 2007 ausgewertet. In Deutschland ist das Fahren ohne Versicherung laut Auskunft des ADAC bei weitem nicht so häufig.

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