Plus 38,8 Prozent: Beitragsschock für UKV-Versicherte

30-10-2008  
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Zu viele Behandlungen? Versicherte im Tarif ?Iberica Salud" müssen deutlich höhere Beiträge zahlen.  dpa
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FRANK FELDMEIER Von einer notwendigen ?Beitragsanpassung" ist in dem Brief der UKV an die Versicherten auf Mallorca die Rede: Die Beiträge bei der privaten Krankenversicherung steigen. So muss zum Beispiel eine Versicherte im Tarif "Iberica Salud", deren ­Monatsbeitrag bislang bei 245 Euro lag, in Zukunft 340 Euro pro Monat zahlen. Das sind 38,8 Prozent. Die Erhöhung wird bereits zum 1. Dezember fällig. ?Die Union Krankenversicherung konnte die Beiträge für die Iberica-Tarife dreieinhalb Jahre stabil halten", sagt Sprecher Thomas Bundschuh. "Das ist eine sehr lange Zeit." In diesem Zeitraum seien jedoch die Leistungsausgaben "derart eklatant" gestiegen, dass sie ingesamt die Beitragseinnahmen überschritten.

Versicherte beklagen gegen-über der MZ die kurze Frist bis zur Erhöhung. Bundschuh verweist dagegen darauf, dass die Kunden fünf Wochen vor dem Termin am 1. Dezember informiert worden seien. "Laut den Allgemeinen Versicherungsbedingungen sind vier Wochen vorgeschrieben", so der Sprecher. "Insofern kann von einer kurzfristigen Erhöhung keine Rede sein." Die Beitragserhöhung wird in dem Brief mit ?einer ganzen Reihe von Faktoren" erklärt, die die gesamte Krankenversicherungsbranche beträfen. In dieser Liste werden genannt: Häufigkeit, Intensität und Dauer der Behandlungen, Preise für medizinische Dienstleistungen, Medikamente, Heil- und Hilfsmittel, verändertes Gesundheitsbewusstsein, die längere Lebenserwartung der Menschen sowie auch die Abrechnungspraxis der Ärzte.

Bereits bei der Beitragserhöhung der UKV um 60 Prozent im Juli 2005 war von teuren und nicht immer notwendigen aufwendigen Behandlungsmethoden die Rede gewesen, die die Kosten hatten explodieren lassen. So formuliert das Sprecher Bundschuh zwar nicht, gibt aber den Versicherten einen Ratschlag: "Wir empfehlen allen unseren Kunden - ob auf Mallorca oder in Deutschland - grundsätzlich, Arztrechnungen genau zu prüfen und im Zweifel Rechnungen zunächst nicht zu bezahlen." Man stünde Kunden zudem zur Seite, indem man eingereichte ärztliche Rechnungen exakt auf ihre Richtigkeit überprüfe.

Derzeit sind nach Angaben des Unternehmens knapp 1.000 Verträge beziehungsweise rund 1.200 Personen nach dem Tarif "Iberica Salud" versichert. Ein Mitgliederschwund sei trotz der deutlichen Tarifanhebung nicht zu erwarten, sagt Bundschuh, denn das Preis-Leistungs-Verhältnis sei weiterhin sehr gut. So seien Leistungen weitgehend nicht auf einen bestimmten Umfang oder Höchstbetrag begrenzt. "Im Übrigen haben auch die spanischen Krankenversicherer in den vergangenen Jahren die Beiträge stetig angehoben, trotz weit eingeschränkterem Leistungsspektrum."

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