Ärger im Paradies: Kein Weg zum Meer in Bonaire

26-03-2009  
Die rote Umrandung umfasst das neu eingesetzte Mauerstück. 
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Die rote Umrandung umfasst das neu eingesetzte Mauerstück.
 Foto: Nele Bendgens

SILKE DROLL Die Siedlung Bonaire im Osten von Mallorca hat ihren Namenszusatz Paradis de nicht ohne Grund: Von den Ferienvillen auf dem mit Palmen und Kiefern bewachsenen Hang haben die Bewohner einen traumhaften Blick auf die Bucht von Pollença. Doch für einige Mallorca-Residenten ist die Idylle nicht mehr perfekt. Sie ärgern sich gewaltig darüber, dass dort in der vergangenen Woche ein viel genutzter und beliebter Treppenweg zum Meer zugemauert wurde. ?Hier gehen die Leute mit ihrem Handtuch zum Baden runter, der Zugang ist öffentlich. Wir haben uns überlegt, Unterschriften zu sammeln", wettert einer der deutschen Hauseigentümer in Bonaire, einem Gemeindeteil von Alcúdia.

Der Ärger richtet sich gegen eine der reichsten und einflussreichsten Familien Deutschlands: die Familie Mohn - Haupteigentümer der Bertelsmann-Mediengruppe und treue Mallorca-Urlauber mit mehreren Häusern in Bonaire. Die für die Mohns tätige Baufirma Construcciones Llompart verband die Begrenzungsmauern von zwei Grundstücken der Mohns mit einer Mauer plus Sichtschutzgitter. Auf Höhe der Carrer de l´Eucaliptus ist der Zugang, der an einer Grünfläche vorbei zum Strand führt, unterbrochen.

?Ein paar Meter weiter gibt es doch noch einen anderen Durchgang. Da kann man genauso runtergehen", verteidigt Tomeu Llompart, der Inhaber des Bauunternehmens, die Maßnahme. Außerdem beruhe das Vorgehen auf einer Vereinbarung zwischen den Mohns und Alcúdias Stadtverwaltung. Ganz mit rechten Dingen scheint es aber nicht zugegangen zu sein. ?Die Bauarbeiten wurden ohne Genehmigung ausgeführt. Wir haben deswegen ein Verfahren eingeleitet", sagt Alcúdias Bürgermeister Miquel Ferrer (UM) auf Anfrage der Mallorca Zeitung. Allerdings sei der Weg derzeit nicht mehr öffentlich. Wann und unter welchen Umständen die Rechte geändert wurden und ob die aktuellen Eigentümer die Mohns sind, kann Ferrer nicht sagen.

Die Anwohner vermuten, dass auch die Privatsphäre der Familie eine Rolle gespielt haben mag. Immerhin trennt nur der besagte Weg die beiden Anwesen Ca na Brigitta und Ca´n Tata. ?Da geht im Sommer jeder mit dem Handtuch durch und guckt natürlich nach rechts und links", sagt ein weiterer Bonaire-Bewohner. Im Garten liegen dann womöglich Brigitte oder Christoph Mohn, die dort regelmäßig Urlaub machen sollen. Sie und ihre Eltern, Reinhard und Liz Mohn, deren mallorquinische Sommer-Villa nur wenige Meter entfernt ist, sind in Alcúdia hoch angesehen. Anfang der 90er Jahre finanzierte die Bertelsmann-Stiftung die Sanierung des historischen Gebäudes, in dem heute die Stadtbibliothek Can Torró untergebracht ist, und kam einige Jahre für die Unterhalts- kosten auf. Mit drei Personen ist die Bertelsmann-Stiftung in dem insgesamt siebenköpfigen Stiftungsbeirat der Bibliothek (patronato) vertreten. Im Jahr 2005 wurde Reinhard Mohn zum Ehrenbürger von Alcúdia ernannt. Zu den aktuellen Vorgängen nahm die Familie bisher nicht Stellung. Man sei noch dabei, den Sachverhalt zu prüfen, informierte ein Bertelsmann- Sprecher zu Redaktionsschluss.

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