Der ehemalige Ministerpräsident der Balearen, Jaume Matas (PP), wird im mutmaßlichen Korruptionsfall Palma Arena als Beschuldigter vorgeladen. Der ermittelnde Richter José Castro hat den früheren Landeschef, seine Frau Maite Areal, den Ex-Schwager und Ex-Schatzmeister der Balearen-PP, Fernando Real, sowie einen weiteren Verdächtigen zu Vernehmungen am 23. März kommenden Jahres in Palma zitiert. Matas und seiner Frau, die seit der Niederlage der konservativen Volkspartei (PP) bei den Wahlen zum Balearen-Parlament 2007 in den USA leben, wurde die Vorladung laut Informationen der Zeitung "El País" über ihren Anwalt überstellt. Sie werden verdächtigt, sich im Zusammenhang mit dem Bau der Radsportarena persönlich bereichert zu haben.
Im Fall Palma Arena geht es um Misswirtschaft in großem Stil. Der Bau der im Frühjahr 2007 fertiggestellten Radsportarena kostete mindestens 50 Millionen Euro mehr als geplant. Im Sommer wurden deswegen bereits ein Dutzend PP-Politiker, die in der früheren Balearen-Regierung hohe Ämter inne gehabt hatten, festgenommen und vernommen. Darunter waren auch fünf Personen aus dem engsten Umfeld von Matas.
Seit September untersucht Castro auch eine mutmaßliche Verknüpfung zwischen dem Vermögen von Matas und dem Bau der Palma Arena. Laut Berichten der Steuerbehörde und der Guardia Civil hat Matas sein Eigentum in seiner Regierungszeit als Balearen-Premier (2003 - 2007) um drei Wohnungen im Wert von zwei Millionen Euro erweitert. Zudem sollen die gleichen Bauunternehmen sowohl an Bauvorhaben der PP-geführten Balearen-Regierung, parteiinternen Projekten der PP sowie an den Wohnungen von Matas gearbeitet haben.