Die Sache mit den Bio-Siegeln

Manche Fischprodukte sind mit einem Bio-Aufkleber versehen. Was ist davon zu halten?

19.11.2009 | 01:00
MSC ist das in Spanien und Deutschland bekannteste Label für ökologisch vertretbare Fischerei.
MSC ist das in Spanien und Deutschland bekannteste Label für ökologisch vertretbare Fischerei.

Verbrauchern wird es beim Fischkauf nicht leicht gemacht, auf den Kauf von ökologisch vertretbaren Arten zu achten und zu erkennen, dass der Fisch auch wirklich mit nachhaltigen Methoden gefangen worden ist. Zwei Gütesiegel bieten jedoch zumindest eine kleine Entscheidungshilfe.

Das bekannteste Label für abgepackte Fischprodukte ist das „Marine Stewardship Council“ (MSC). Der zweite Bio-Aufkleber kommt von den „Friends of the Sea“ (FOTS). Er hat in Spanien nahezu keinen und in Deutschland nur einen geringen Stellenwert. Beide Labels werden von britischen Organisationen verliehen. Nationale spanische oder deutsche Fischgütesiegel gibt es nicht. Fischereibetriebe, die sich um die britischen Zertifikate bewerben, müssen folgende Kriterien erfüllen.

1. Es darf nur so viel gefischt werden, wie wieder nachwächst. Wo eine Population bereits überfischt oder dezimiert ist, muss die Fischerei die Erholung der Bestände gewährleisten.

2. Die Ausübung der Fischerei darf die Struktur, die Vielfalt und die Produktivität des betreffenden Ökosystems und dessen Arten nicht beeinträchtigen.

3. Der Fischereibetrieb muss schriftlich darlegen, wie die oben genannten Punkte garantiert und die ökologischen, gesetzlichen und sozialpolitischen Anforderungen erfüllt werden sollen.

Die beiden Gütesiegel sind ausschließlich auf Fischkonserven oder auf Verpackungen mit tief­gefrorenen Fischprodukten zu finden. In Spanien sind Fischprodukte mit dem MSC-Symbol vor allem in den Tiefkühltruhen der Lidl-Märkte zu finden. Lidl schneidet auch in einem von Greenpeace erstellten Supermarkt-Ranking für nachhaltige Fischprodukte am besten ab.

Die beiden Labels, so Umweltschützer, seien zwar generell zu begrüßen, sollten aber nicht überschätzt, sondern kritisch betrachtet werden. Mehr als ein Schritt in die richtige Richtung seien sie noch nicht. Die Umweltkriterien für die Erteilung der Zertifikate, so die Kritik, seien sehr niedrig angesiedelt und die ganze Prozedur für Außenstehende nur schwer nachvollziehbar. Außerdem handle es sich um kleine Organisationen ohne Lobby und mit wenig Einfluss, die sich schwer täten, bei den Fischereibetrieben und der ­Fischereipolitik Gehör zu finden.

Mit den vielen Ökozertifikaten, die für Gemüse, Fleisch und andere Lebensmittel vergeben werden, kann Fisch nicht konkurrieren. Was sich bei anderen Lebensmittel immer mehr durchsetzt, ist beim Fischkonsum noch nicht einmal richtig angedacht. Bioläden für Fische gibt es nicht, und nachhaltig arbeitende Fischzuchten sind rar. Für Zuchtfische gibt es in Spanien gar keine Ökosiegel. In Deutschland werden immerhin die Umwelt-Zertifikate „Bioland“ und Naturland / Aquakultur vergeben.

Bei frischem Fisch werden gar keine Auszeichnungen vergeben. Hier kann sich der Endverbraucher nur anhand der Herkunftsangaben und der unter anderem von Greenpeace herausgegebenen „Roten Liste“, in der akut gefährdete Arten aufgeführt sind, orientieren. Allerdings tragen diese internationalen Listen nicht den Beständen in balearischen Gewässern Rechnung.

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