Überfischung der balearischen Gewässer: Die letzten Meerspinnen

Die balearischen Gewässer sind nicht so stark überfischt wie andere Gebiete an der spanischen Küste, doch auch hier sind außer dem Thun noch andere Arten bedroht oder bereits verschwunden

02-12-2009  
So sieht sie aus, die von Gourmets geschätzte „centolla
So sieht sie aus, die von Gourmets geschätzte „centolla". Rund um die Balearen gibt es sie so gut wie gar nicht mehr.  Foto: Caib

SILKE DROLL Die gute Nachricht zuerst: Den Fischen in den balearischen Gewässern geht es vergleichsweise gut. Im Gegensatz zu Küstengebieten des spanischen Festlands sind hier weniger Fischer aktiv und die Schutzmaßnahmen mit insgesamt sieben reservas marinas, Einschränkungen bei Fangmethoden und -zeiten sowie Vorgaben zu Mindestgrößen umfangreich. Das sehen auch unabhängige Forscher so, wie die Leiterin des Forschungsinstituts Imedea auf Mallorca, Beatriz Morales. Dennoch gibt es auch hier Überfischung. Neben dem Roten Thunfisch (atún rojo) sind etwa der Schwertfisch (pez espada) und Haie (tiburones) stark gefährdet. Betroffen sind besonders große Fische, die sich von kleineren Spezies ernähren, sich vergleichsweise wenig fortpflanzen und leicht zu jagen sind, weil sie sich in Küstennähe oder in Schwärmen zusammenfinden.

So ist auch der Bestand des ­Zackenbarsches (mero) stark zurückgegangen, weil der in Küstennähe lebende, oft verzehrte Speisefisch ein leichtes Opfer der Harpunenjagd unter Wasser ist. „Der Fisch ist sehr angreifbar, weil er sich kaum bewegt, und auf Mallorca gibt es besonders viele Freizeitfischer, die unter Wasser jagen", erklärt Morales. Nur im Meeresschutzgebiet von Cabrera habe sich der mero wieder erholen können. Auch die Bestände des Messerfischs (pez navaja) waren auf den Balearen bereits stark zurückgegangen. „Dank der Schutzmaßnahmen, die mittlerweile ergriffen wurden, erholt er sich jetzt wieder etwas", sagt Morales.

Bereits vor rund zwei Jahrzehnten sind die eigentlich auf den Balearen beheimateten Adlerfische (corvinas) verschwunden. Die bis zu zwei Meter langen und rund 50 Kilo schweren Fische leben in Küstennähe und verständigen sich mit ihren Artgenossen über tiefe Laute. Zur Laichzeit im Sommer kommen sie in Gruppen zusammen. „Deswegen kann man sie besonders leicht fangen, das macht sie so verletzlich", erklärt Morales.

Immerhin: An den Küsten des spanischen Festlands leben noch wilde corvinas – und wahrscheinlich auch bald wieder auf den Balearen. Das Forschungslabor LIMIA in Port d´Andratx züchtet die Fische, um sie dann auszusetzen. „Das ist schwierig, weil die in Gefangenschaft aufgewachsenen Tiere viel dümmer sind. Sie sind es nicht gewohnt, dass sie ihr Futter selbst jagen und sich vor Fressfeinden schützen müssen", sagt Morales. Dennoch sei eine Wiederansiedlung im freien Meer möglich.

Fast verschwunden sind auf den Balearen auch große Krebse wie die Meerspinne (centolla). Der Krebs wird von Gourmets geschätzt und ist leicht zu fangen. Auch die centollas werden im Forschungslabor LIMIA für die Wiederansiedlung im Meer gezüchtet.

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