Neustart bei deutscher Schule in Santa Ponça

Das Unternehmerpaar Gerhard Kollmann und Margit Schlagl hat die private Einrichtung gekauft. Geplant sind Investitionen in die Ausstattung und ein verbesserter Spanisch-Unterricht. So soll auch eine Erhöhung der Schülerzahl erreicht werden

04-03-2010  
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Inhaber Gerhard Kollmann (li.) und Margit Schlagl mit Schulleiter Thomas Scholz.
Inhaber Gerhard Kollmann (li.) und Margit Schlagl mit Schulleiter Thomas Scholz. Nele Bendgens

SILKE DROLL Die deutsche Schule Mallorca Südwest in Santa Ponça hat den Inhaber gewechselt. In einer Feier für Schüler, Eltern und Lehrer am Donnerstag (25.2.) wurde die Betreiber-Familie Pächter verabschiedet. Sie hatte die Schule 2006 nach der Schließung der deutschen Schule in Magaluf gegründet. „Es war ein harmonischer Übergang", sagt der neue Besitzer der privaten Einrichtung, Gerhard Kollmann, der die Schule mit seiner Lebensgefährtin Margit Schlagl gekauft hat. Der bisherige Schulleiter Christian Pächter wolle aus privaten Gründen mehr Zeit in Deutschland verbringen, seine Mutter Barbara Pächter sich vermehrt um andere Geschäfte kümmern. Das Personal der Schule – elf Lehrer, zwei Erzieherinnen und die Sekretärin – wurden übernommen. Kollmann kennt die Schule bereits, weil sein 14 Jahre alter Sohn dort seit eineinhalb Jahren den Unterricht besucht. „Seitdem findet er Schule super."

Als Schulleiter setzten die neuen Träger den bisherigen pädagogischen Leiter, den Mathematik- und Physiklehrer Thomas Scholz ein. Eltern und Schüler sollen mit gewählten Vertretungen künftig mehr Mitsprache haben. Um den Austausch mit der Schulleitung zu fördern, wurde außerdem auf dem Schulhof ein Frühstückscafé eingerichtet. „Dort stehe ich jetzt jeden Morgen als Ansprechpartner ab 8.30 Uhr zur Verfügung", sagt Scholz.

Die Marschrichtung der neuen Inhaber steht schon fest: Kollmann will die Schule mit Investitionen in die Ausstattung und einer internationalen Ausrichtung attraktiver machen und so auch die Schülerzahlen erhöhen. Derzeit besuchen in Santa Ponça 13 Kinder den bilingualen Kindergarten und 57 Kinder die erste bis elfte Klasse. „Mit der jetzigen Zahl trägt sich die Schule zwar ungefähr. Um weiter zu kommen, brauchen wir aber gute hundert", sagte Kollmann. Trotzdem sollen die Klassen mit einer Obergrenze von zwölf Schülern weiterhin klein bleiben. Als Sofortmaßnahme will er mit 25.000 Euro neues Mobiliar, Sonnenschutz für die Klassenräume, Tafeln, Overhead-Projektoren und zwölf Computer-Arbeitsplätze anschaffen. Bis zum neuen Schuljahr sollen weitere Verbesserungen wie etwa die Sanierung der Toilettenräume oder Inventar für naturwissenschaftliche Fächer folgen.

Das Erlernen des Spanischen soll den Schülern künftig vereinfacht werden. „Die Kinder haben sehr unterschiedliche Niveaus. Manche sprechen wie Spanier, andere sind erst vor Kurzem hergekommen. Um ihren Ausgangsvoraussetzungen besser gerecht zu werden, lösen wir die Klassen für den Spanisch-Unterricht auf und teilen den Unterricht dem Vorwissen entsprechend auf", erklärt Scholz. Denkbar sei auch, dass über den vierstündigen Sprachunterricht hinaus künftig auch andere Fächer wie Erdkunde oder Geschichte auf Spanisch gegeben werden. Um den Kontakt mit Einheimischen und anderen Nationalitäten zu fördern, sind auch gemeinsame Projekte und Arbeitsgruppen mit mallorquinischen Schulen angedacht.

Die Neuausrichtung soll nach außen hin mit einem neuen Namen der Schule sichtbar werden. „Uns schwebt etwas wie deutsch-europäische Integrationsschule vor", sagt Kollmann. Mit Hilfe eines Wettbewerbs unter den Schülern wird auch ein neues Logo entwickelt. Die Gebühren will die Schule ab kommenden Herbst um rund zehn Prozent für Neuanmeldungen erhöhen. Wer bereits eingeschrieben ist oder sich noch vor Ostern anmeldet, zahlt allerdings weiterhin die bestehenden Preise.

Gerhard Kollmann (52) stammt aus einer Lehrerfamilie und betreibt auf Fuerteventura die Aloe-Vera-Kosmetik-Firma Pro Aloe Marketing. Weil er mit dem Schulangebot auf der Kanareninsel unzufrieden war, meldete er seinen Sohn schließlich an der deutschen Schule in Santa Ponça an. So wurde Mallorca zum Lebensmittelpunkt für die Patchwork-Familie. Gemeinsam mit der gelernten Journalistin Margit Schlagl (43) will Kollmann demnächst auch ein Geschäft in Port d´Andratx eröffnen.


In der Printausgabe vom 4. März (Nummer 513) lesen Sie außerdem:
– Das Ende einer Ära: Balearen-Politik in Schockstarre  
– Touristiker suchen Ansprechpartner  
– Aufstieg und Fall der Maria Antònia M.
– Son Bosc: Jetzt doch kein Golfplatz

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