Bunyola fordert freie Tunnelfahrt

Wer in Sóller wohnt, kommt für nur 1,15 Euro durch den 1997 eröffneten Tunnel. So günstig hätte man es auf der anderen Seite des Bergmassivs auch gern

09-12-2010  
Carmen Parra und ihre Tochter Inés vor dem Tunnel nach Sóller.
Carmen Parra und ihre Tochter Inés vor dem Tunnel nach Sóller.  Foto: Bendgens

SILKE DROLL Eigentlich haben es die Bürger von Bunyola nur zehn Kilometer bis nach Sóller, den nächsten größeren Ort. Doch sie überlegen sich jede Fahrt gut. Denn dazwischen liegt der kostenpflichtige Tunnel und für den müssen die Bewohner des zwischen Palma und Sóller gelegenen Ortes genauso viel bezahlen wie jeder andere Bürger oder Besucher Mallorcas: für die einfache Fahrt derzeit 4,55 Euro Maut. Nur die Bürger der Gemeinden Sóller und Fornalutx erhalten eine Ermäßigung und bezahlen 1,15 Euro pro Fahrt durch den 3.023 Meter langen Tunnel.

In Bunyola ärgert man sich schon lange über die Benachteiligung. Nun hat sich eine neue Ini-tiative gebildet, um für eine Ermäßigung der Tunnelgebühren zu kämpfen. „Wir wollen die gleichen Rechte wie die Bürger in Sóller. Immerhin befindet sich der Tunnel sogar zum Großteil auf dem Gemeindegebiet von Bunyola", sagt Carmen Parra (44), die Vorsitzende der Bürgervereinigung (Tel.: 610-27 20 36, avivbunyola@hotmail.com). Die Resonanz ist riesig. Kürzlich sammelte die Vereinigung auf einem Fest binnen sieben Stunden 750 Unterschriften. Bunyola hat rund 6.000 Einwohner.

Die Chancen auf den Rabatt stehen aber äußerst schlecht. „Die Konditionen wurden in unserem Konzessionsvertrag von 1988 festgeschrieben und danach richten wir uns", sagt der Geschäftsführer der Konzessionsfirma, Jordi Ferrer. Seit der Eröffnung des Tunnels 1997 seien die Preise gemäß der jeweiligen Steigerung der Lebenshaltungskosten (IPC) angepasst worden. Besonders teuer findet Ferrer seine Maut übrigens nicht. In anderen Tunneln in Europa seien die Preise ähnlich. „In Andorra gibt es einen sehr ähnlichen Tunnel. Dort ist die Maut sogar teurer."

Ärger hatte der Tunnelbetreiber allerdings kürzlich mit dem Inselrat. Dieser verbot der Firma die geplante Streichung von Ermäßigungen für die Zulieferfirmen von Sóller. Auch die Verschärfung der Zugangsbedingungen für den Rabatt von Neubürgern in Sóller und Fornalutx muss die Firma zurücknehmen. Zusätzlich zur Anmeldebescheinigung und einem Nachweis über die kommunale Verkehrsabgabesteuer hatte die Firma kürzlich auch noch eine Bestätigung von der balearischen Verkehrsbehörde gefordert.

Damit hatte die Firma auf die findigen Bürger Bunyolas und anderer umliegenden Orte ­reagiert, die sich in Sóller anmelden, um den Tunnel-Rabatt zu bekommen. „Fast 250 Bewohner von Bunyola arbeiten in Sóller. Da gibt es Leute, die dann dort eigens ein günstiges Zimmer mieten, um sich anmelden zu können. Sie zwingen uns ja bei diesen Preisen regelrecht zum Schummeln", sagt Parra.

Kostenlos nach Sóller kommen derzeit nur die Jugendlichen aus Bunyola, die zum Unterricht in die weiterführende Schule fahren. Zusätzlich bekommen ihre Familien einen Gutschein für 40 Gratisfahrten pro Schuljahr. „Aber der ist schnell aufgebraucht. Wie oft haben die Kinder dort Nachhilfe, wollen ihre Freunde treffen oder einfach ein bisschen Spaß haben. In Bunyola gibt es ja nichts für sie. Dann müssen wir sie hinfahren und wieder abholen", klagt Parra. Ihr Verein setzt sich deswegen außerdem für ein Jugendzentrum in Bunyola und die Verbesserung der Anbindung an Palma ein. Derzeit dauert die Busfahrt wegen der umständlichen Streckenführung eine ganze Stunde. Die Initiative schlägt stattdessen einen Zubringerbus zur U-Bahn-Station Son Sardina vor.

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