Kein Mietwagen am Meeting Point

Gerangel am Flughafen von Mallorca: Im Ankunftsbereich werden keine Abholer von Mietwagenfirmen mehr geduldet. Die Branchenverbände reagieren gelassen

23-09-2010  
Abholer unerwünscht: Sicherheitsleute und Mietwagen-Mitarbeiter am Meeting Point.
Abholer unerwünscht: Sicherheitsleute und Mietwagen-Mitarbeiter am Meeting Point.  Foto: Mielniezuk

FRANK FELDMEIER Die Mitarbeiter der Mietwagen-Firma Autos Colonia brauchen seit einigen Tagen Fantasie, um ihre Kunden am Flughafen von Mallorca abzuholen. „Meine Mitarbeiter dürfen sich nicht mehr in der Flughafenhalle aufhalten", beklagt Geschäftsführer Hartwig Schöpel: Sie, wie auch die Kollegen weiterer Firmen, würden mit Gewalt von uniformierten Sicherheitsmitarbeitern hinausgeschmissen. „Unsere Kunden warten am Meeting Point, und wir stehen vor der Tür und versuchen winkend und rufend, durch die manchmal geöffnete Tür auf uns aufmerksam zu machen." Am Dienstag (21.9.) seien die Mitarbeiter sogar draußen vertrieben worden.

Die Szenen am Meeting Point sind Folge einer Entscheidung der spanischen Flughafenverwaltung Aena, die die Tätigkeit der insgesamt rund 350 Mietwagen-Firmen Mallorcas am Flughafen regulieren soll. So steht den Firmen, die nicht mit einem Schalter im Ankunftsbereich vertreten sind, seit knapp zwei Jahren ein Schalter im vierten Stock des Parkhauses zur Verfügung.

Man nehme den Kampf gegen den unlauteren Wettbewerb ernst und sei verpflichtet, die Interessen der Konzessionsfirmen des Airports zu verteidigen, heißt es bei Aena. Estanislao de Mata, Vorsitzender des Mietwagenverbands Baleval, verweist auf eine Einigung zwischen Flughafenbehörde und Branchenverbänden: Jeder Anbieter, der transparent arbeite und die gesetzlichen Auflagen erfülle, könne weiterhin Kunden am Flughafen in Empfang nehmen – aber eben nur noch am Parkhausschalter.

Auf diese Weise werde verhindert, dass unlautere Wettbewerber auf Kundenfang gingen, während die großen Firmen viel Geld für ihre Schalterkonzession zahlen müssten, so der Vorsitzende von Baleval. In dem Verband haben sich die größeren Mietwagenfirmen zusammengeschlossen. Man vertrete aber auch Firmen ohne Airport-Präsenz, betont de Mata. Einen eigenen Schalter haben nur Auriga, Europcar, Goldcar, Hertz, Avis, Atesa, Record und Sixt.

Das Katz-und-Maus-Spiel mit mehreren Mietwagen-Firmen wiederholt sich nun täglich. Ein halbes Dutzend Sicherheitsleute bewacht den Meeting Point. Abholer versuchen ihr Glück mit Namenschildern ohne Firmenhinweis – weil ihre Gesichter aber schon bekannt seien, werde ihnen ihre „private" Tätigkeit nicht abgenommen, sagt Schöpel. Die Trickserei könne zudem kein Dauerzustand sein. Erst nach Schichtende der Sicherheitsleute hätten die Abholer freie Bahn.

Den Stand im Parkhaus bezeichnet Schöpel als „nicht praktikabel", vor allem Mietwagenfirmen, die mit einem Shuttle-Service arbeiteten, hätten das Nachsehen. Die Mieter seien zudem den Meeting Point gewohnt, der Weg in den vierten Stock des Parkhauses sei gerade für Neu-kunden ohne Spanisch-Kenntnisse schwierig zu finden.

Hier sieht auch Branchensprecher de Mata Verbesserungsbedarf. Die Ausschilderung sei nicht optimal, auch die Beleuchtung müsse verbessert werden. Am Meeting Point hätten die Mietwagenfirmen aber nichts mehr zu suchen – es sei ja schließlich kein Problem, in den Reservierungsunterlagen auf den Stand im Parkhaus hinzuweisen. Aena habe lediglich den Mietwagen-Betrieb am Flughafen in geordnete Bahnen gelenkt.

Auch beim Verband der kleinen Mietwagen-Firmen, Aevab, zeigt man sich mit der Lösung zufrieden. Nach vielen Jahren sei endlich eine praktikable Lösung gefunden, sagt Vorsitzender Ramon Reus. 90 Prozent der 290 Mitgliedsfirmen seien im vierten Stock des Parkhauses vertreten. Ein Vorteil sei, dass man dort die Autos direkt dem Kunden übergeben könne. „Am Meeting Point war das kein schönes Bild, vor allem am Wochenende gab es immer jede Menge Gedränge."

„Die Bodyguards geben jetzt auch kein schönes Bild ab", entgegnet Autovermieter Schöpel. Er bezweifelt zudem, dass Schwarzvermietungen unterbunden werden. Schon bislang hätten Abholer bei Kontrollen Buchungsbelege der Kunden vorzeigen müssen. Doch die Schwarzvermieter seien ohnehin inkognito unterwegs – ohne Firmen- oder Namensschild.

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