Nach monatelangen Ermittlungen ist es der Guardia Civil gelungen, auf Mallorca ein Drogenkartell zu sprengen. 19 Verdächtige - darunter eine mallorquinische Familie und einige Nordafrikaner - wurden im Laufe der vergangenen Woche festgenommen. Medienberichten vom Sonntag (23.1.) zufolge ließ Richter Francisco Pérez elf Personen wenig später wieder frei, der Rest bleibt vorerst in U-Haft. Mutmaßlicher Chef des Kartells war ein Profi-Boxer. Etwa 100 Kilogramm Haschisch und 17.000 Euro konnten sichergestellt werden.
Der Guardia Civil war in den vergangenen Monaten aufgefallen, dass die Verdächtigen viel Geld für teure Autos und Häuser ausgaben. Die Ermittler hatten außerdem herausgefunden, dass ein privater Paketdienst den Großteil des Haschischs von Málaga auf die Insel brachte. Es wird vermutet, dass der mallorquinischen Familie von einem oder mehreren Angstellten des Paketdienstes geholfen worden sein könnte.
Die Festnahme auf Mallorca spielte sich unter dramatischen Umständen ab: In Palmas Viertel Es Rafal und in Marratxí wurden im Umkreis des Wohnhauses der verdächtigen Familie zunächst mehrere Straßen abgesperrt - von 50 Einsatzkräften, die Sturmmasken trugen. Dann schlug die Guardia Civil zu. Den Verdächtigen wird Drogenhandel und Geldwäsche vorgeworfen.