Gesa-Gebäude: Inselrat ficht Gerichtsurteil an

Eigentlich ist Inselratspräsidentin Salom gegen die Denkmalschutzerklärung. Doch die Institution fürchtet die Entschädigungsforderungen

10.03.2012 | 10:17

Der Inselrat auf Mallorca wird gegen das Urteil, wonach der Denkmalschutz für das umstrittene Gesa-Gebäude in Palma wieder aufgehoben werden muss, Rechtsmittel einlegen. Das kündigte Inselratspräsidentin Maria Salom (Volkspartei, PP) auf einer Pressekonferenz am Freitag (9.3.) an. Die Entscheidung treffe sie gegen ihre Überzeugung, so Salom. Sie halte das Gebäude nicht für schützenswert. Doch müsse der Inselrat das Urteil anfechten, um hohe finanzielle Entschädigungsforderungen zu vermeiden. Kein Jurist in der Institution sei bereit gewesen, eine gegenteilige Empfehlung auszusprechen so Salom, die gemeinsam mit Bürgermeister Mateo Isern (PP) vor der Presse erschien.

Hintergrund der Entscheidung ist unter anderem eine Klage, die das Bauunternehmen Núñez i Navarro eingereicht hat. Es wollte auf dem Gelände des Gesa-Gebäudes ursprünglich Gebäude mit Luxus-Apartments hochziehen. Der Stromversorger Endesa hatte das Gelände nach seinem Umzug in einen neuen Verwaltungssitz verkauft und sich in dem Vertrag zum Abriss verpflichtet. Doch dann machte der von der Unió Mallorquina regierte Inselrat den Plänen einen Strich durch die Rechnung und stellte das Verwaltungsgebäude unter Denkmalschutz. Unter der Mitte-Links-Regierung (2007-2011) wurde auf dem Gelände schließlich ein öffentlicher Park geplant. Das Bauunternehmen erhielt als Entschädigung Grundstücke in zweiter und dritter Meereslinie.

Ein Gericht in Palma hatte nun vor kurzem die Denkmalschutz-Erklärung wieder aufgehoben. Im Raum stehen Entschädigungsforderungen von mehr als hundert Millionen Euro.

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