ITB BERLIN

Neues Gesetz soll Investitionen an der Playa de Palma erleichtern

Tourismusminister Carlos Delgado muss mit dem Wegfall staatlicher Subventionen rechnen

08.03.2012 | 16:42

Mit einem neuen Gesetz will der balearische Tourismusminister Carlos Delgado (Volkspartei, PP) den Weg für private Investitionen an der Playa de Palma frei machen. Nachdem sich der spanische Tourimusminister José Manuel Soria am Mittwoch (7.3.) nicht zu der Frage äußern wollte, ob Madrid weitere Gelder für die Neugestaltung der Playa de Palma auf Mallorca zur Verfügung stellen werde, ging Delgado am Donnerstag auf der ITB in Berlin mit einem neuen Gesetzentwurf in die Offensive. Dieser solle die Genehmigungsverfahren für private Investitionsprojekte vereinfachen und beschleunigen.

Als Vorbild für eine solche private Initiative nannte Delgado das Großprojekt der Investorenfirma Vistarga S. L. in Magaluf. Im Bereich Arenal wolle man nun umgehend das Bauprojekt Ses Fontanelles genehmigen. Im gleichnamigen Feuchtgebiet an der Playa soll nun doch ein Einkaufs- und Vergnügungszentrum entstehen. Die PP hatte das Projekt in der vorletzten Legislaturperiode noch genehmigt, das Linksbündnis nahm diese Genehmigung aber wieder zurück und wollte aus dem Gebiet eine "grüne Lunge" der Playa machen.

Mit sofortiger Wirkung sollen zudem die für Wohnungsrenovierung an der Playa zugesagten Gelder storniert werden. Die 19 Millionen Euro, die die Vorgängerregierung dafür versprochen habe, stünden schlicht nicht zur Verfügung. Aus demselben Grund würden auch bereits geplante Bauprojekte an der Playa im Wert von über acht Millionen Euro gestoppt.

Delgado ging auch auf die Kritik am Messeauftritt der Balearen in Berlin ein. Der Stand habe nicht allen gefallen, man werde ihn für die nächsten Messen verbessern. Prinzipiell werde das Tourismusministerium aber die eingeschlagene Linie weiter verfolgen. Der Messestand sei in seinen Augen zweitrangig, so der Tourimusminister. Der von ihm soeben vorgelegte Gesetzesentwurf sei weitaus bedeutender für den balearischen Tourismus.

Die Geschäftsführerin des Hotelverbandes FEHM auf Mallorca, Immaculada Benito, beurteilte den Verlauf der Tourismusmesse als positiv. "Es ist schwierig, die hervorragenden Zahlen vom vergangenen Jahr zu erreichen", sagte sie der Presse. Trotzdem sei man auf einem guten Weg. Benito unterstrich die Forderungen der Reiseveranstalter nach einer verbesserten Infrastruktur. Auch den Wunsch nach mehr Flugverbindungen im Winter teile der Hotelverband vorbehaltslos. Die Fördermaßnahmen für private Investoren begrüßte Benito ausdrücklich. Viele bereits bestehende Pläne könnten in die Tat umgesetzt werden, sobald mit dem angekündigten Gesetz Rechtssicherheit geschaffen werde.

In Bezug auf den Messestand sagte Benito: "Ich hoffe, dass wir hiermit die Grenzen des Sparzwangs erreicht haben." Ein reduzierter Auftritt sei an sich nichts schlechtes, doch man müsse Hoteliers und Fachbesuchern zumindest die Möglichkeit bieten, am Stand ihrer Arbeit nachgehen zu können.

auf Twitter teilen
auf Facebook teilen
Empfohlene Links: Inselradio 95,8 | Mallorca mal 365 |