Landesregierung beschließt Gesetz für dreisprachigen Unterricht

Lehrer und Opposition werfen der regierenden Volkspartei (PP) vor, das Katalanische zurückzudrängen

20.04.2013 | 15:58

Die balearische Landesregierung hat am Freitag (19.4.) das seit langem geplante und kontrovers diskutierte Gesetz zur Einführung von drei Unterrichtssprachen an den öffentlichen Schulen auf Mallorca beschlossen. Es sieht vor, dass die Schüler neben der Inselsprache Katalanisch auch auf Spanisch sowie auf Englisch unterrichtet werden.

Zahlreiche Lehrer, Gewerkschaftsvertreter sowie die linken Oppositionsparteien werfen der konservativen Landesregierung vor, mit der Initiative das Katalanische zurückdrängen zu wollen. So findet bislang ein Großteil des Unterrichts an den öffentlichen Schulen auf Mallorca in der Inselsprache statt. Mehr als 3.000 Dozenten schlossen sich einem Antrag an, das Gesetz zu stoppen.

Um das Projekt mit Beginn des neuen Schuljahres im Herbst umzusetzen, sollen insgesamt 1.315 Lehrer fortgebildet sowie rund 100 neue Lehrkräfte an den Schulen eingestellt werden. Dies sei eine wichtige Investition in die Ausbildung der Schüler, so der balearische Bildungsminister Rafael Bosch (Volkspartei, PP). Außerdem geplant sind Weiterbildungsmaßnahmen während der kommenden Jahre. Ziel sei es, dass die Schüler in den beiden offiziellen Landessprachen gleichermaßen unterrichtet würden und außerdem eine Fremdsprache beherrschten, um sich auf dem Arbeitsmarkt zu behaupten.

Laut dem neuen Gesetz kann nun jedes Fach außer dem Sprachunterricht theoretisch in einer der drei Unterrichtssprachen gehalten werden. Für die einzelnen Klassen der Grundschule und Sekundarschule wurden jeweils unterschiedliche Verteilschlüssel festgelegt, die sicherstellen sollen, dass sowohl die beiden Landessprachen als auch Englisch ausreichend vertreten sind. Mit dem Englisch-Unterricht soll schon ab drei Jahren begonnen werden.

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