Manacor will das Klettern an den Felsklippen verbieten

Nach wiederholten Vorfällen mit Schwerverletzten will die Gemeinde im Osten der Insel dem "Psicobloc" einen Riegel vorschieben

07.05.2013 | 11:05
Beim "Psicobloc" hängt der Kletterer ohne Seilsicherung über dem Meer.
Beim "Psicobloc" hängt der Kletterer ohne Seilsicherung über dem Meer.

Während die Gemeinde Santanyí im Südosten von Mallorca erst 2012 eine Kampagne ins Leben gerufen hat, um die Gegend als Kletterparadies besser zu vermarkten, sagt Manacor dem Klettersport nun erneut den Kampf an. Damit an den Küstenfelsen kein psicobloc, also das Klettern ohne Seilsicherung über dem Meer, mehr praktiziert wird, will die Gemeinde vor allem zwischen Cala Antena und Cala Varques, dem psicobloc-Mekka der Insel, mehr Aufsichtspersonal einsetzen. Der Wachdienst der Gemeinde soll während der Sommermonate von Juli bis September zusätzliche 91 Stunden, das heißt eine Stunde mehr pro Tag, ableisten.

Damit reagiert die Gemeindeverwaltung auf Vorfälle der vergangenen Jahre, bei denen sich immer wieder Kletterer, darunter viele Anfänger, Knochenbrüche und andere Verletzungen zugezogen haben. Auch Tote hat es dort schon gegeben. Im Vorjahr wurden in der Gegend bereits Warnschilder aufgestellt, die unter anderem das Springen von den Klippen untersagt. Die Gemeinde kann die Kletterer zwar nicht bestrafen, aber das Klettern ohne Sicherung verbieten. Zudem kann der Rettungsdienst dem Verunglückten bis zu 6.000 Euro in Rechnung stellen, da in dem schwer zugänglichen Gebiet meist eine Luft- oder Wasserrettung erforderlich ist.

Psicobloc als Form des Sportkletterns ist am Ende der 1970er Jahre auf Mallorca entstanden. Vorreiter war der Mallorquiner Miquel Riera, einer der bekanntesten Kletterer der Welt.

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