Tuberkulose-Tod: Krankenhausdirektor in Inca entlassen

Ein Immigrant aus dem Senegal war trotz Überweisung nicht geröntgt worden - Disziplinarverfahren eröffnet

22.05.2013 | 13:57

Der balearische Gesundheitsminister Martí Sansaloni (Volkspartei, PP) hat nach dem Tod eines an Tuberkulose erkrankten Senegalesen auf Mallorca den Direktor des Krankenhauses von Inca, Fernando Navarro, entlassen. Navarro habe nicht gewährleistet, dass die Vorgaben im Fall der Behandlung von Immigranten ohne Gesundheitskarte richtig angewandt würden, so der Minister am Mittwoch (22.5.) auf einer Pressekonferenz. Zudem werde man Disziplinarverfahren gegen drei Beschäftigte in der Notaufnahme einleiten.

Der Senegalese Alpha Pam war am 21. April an Tuberkulose gestorben. Der 28-Jährige war vom Gesundheitszentrum in Can Picafort wegen Tuberkulose-Verdacht ins Krankenhaus Inca überwiesen worden, um dort eine Röntgenaufnahme anzufertigen. Diese wurde dem Senegalesen jedoch verwehrt. Stattdessen wurde Alpha Pam mit der Diagnose einer Bronchitis nach Hause geschickt. Zuvor hatte der Patient nach Aussage seiner Freunde auch eine Verpflichtung zur Kostenübernahme unterschrieben.

Zu dem Fall musste unterdessen am Mittwoch auch die spanische Gesundheitsministerin Ana Mato (PP) im Abgeordnetenkongress in Madrid Stellung nehmen. Der tragische Tod sei keine Folge der neuen gesetzlichen Regelung, wonach Immigranten ohne Aufenthaltsgenehmigung in der Regel nur Anrecht auf eine Behandlung in der Notaufnahme haben, sondern auf einen menschlichen Fehler zurückzuführen. Der sozialistische Abgeordnete José Martínez Olmos dagegen machte sie politisch verantwortlich für den Tod, sie habe das Gesetz unterschrieben.

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