Nach Bild-Reportage: Hoteliers aus Arenal gehen in die Offensive

Verband präsentiert Sicherheitsmaßnahmen in Zusammenarbeit mit der Polizei – Probleme mit Prostitution und Straßenhandel werden nicht geleugnet

01.07.2013 | 19:55
Was an der Playa de Palma alles nicht erwünscht ist.
Was an der Playa de Palma alles nicht erwünscht ist.

Nachdem eine Reportage der "Bild am Sonntag" die angeblichen Schattenseiten des Ballermanns samt Koma-Saufen, Billig-Prostitution und organisierter Kriminalität offengelegt hat, versuchte am Freitag (28.6.) auch der Hoteliersverband der Playa de Palma, das Bild der Ferieninsel Mallorca wieder gerade zu rücken. Bei einer eigens einberufenen Pressekonferenz stellte der Vorsitzende Francisco Marín die seit Beginn der Saison laufenden Sicherheitsmaßnahmen vor, die die Hoteliers zusammen mit den Behörden und der Polizei ausgearbeitet haben.

Konkret vorlegen konnte Marín allerdings lediglich ein Plakat mit einem großen Stoppschild, das darauf hinweisen soll, was an der Playa de Palma alles nicht erwünscht ist: ambulante Händler, Prostituierte, Hütchenspieler, Taschendiebe, unprofessionelle Masseure, hemmungsloser Alkoholgenuss und Müllwegwerfen. Doch vor allem bei den Straßenhändlern seien der Polizei die Hände gebunden, da es sich bei ihrem Tun lediglich um Ordnungswidrigkeiten handelt. Etwas leichter sei es hingegen, gegen die Prostituierten vorzugehen, da dort oftmals Diebstähle und Gewalt mit im Spiel seien, so Marín. "Wir kämpfen auf jeden Fall weiter gegen all diese Probleme", versicherte er.

Zudem versuche man, die Verbandsmitglieder für die herrschenden Probleme zu sensibilisieren. Als ersten Erfolg wertete der Vorsitzende, dass inzwischen fast alle Hotels über Sicherheitspersonal verfügen, das im Falle eskalierender Situationen eingreifen kann. Die ebenfalls anwesende Delegierte der Madrider Zentralregierung auf den Balearen, Teresa Palmer, versicherte zudem, dass die intensivierte Zusammenarbeit der verschiedenen Polizeieinheiten und die vermehrten gemeinsame Einsätze in Arenal erste Erfolge zeigten. "Die Hoteliers nehmen die verstärkte Polizeipräsenz bereits wahr, und die Touristen hoffentlich auch", sagte Palmer.

Dass zu viel Polizeiaufgebot an der Playa de Palma ebenso schädlich für das Image des Urlaubsgebiets sein könnte, glaubt Marín nicht: "Diese Taktik sorgt dafür, dass sich die Touristen sicherer fühlen. Die Angst vor Übergriffen wäre schlimmer und schädlicher als die große Polizeipräsenz." Außerdem könne man die Beamten nicht verstecken und so tun als ob das Problem nicht existieren würde.

Der Fremdenverkehrsverband von Mallorca (Fomento del Turismo) forderte von Balearen-Premier José Ramón Bauzá indes mehr Finanzmittel, um unter anderem wieder ein internationales Pressezentrum einrichten zu können, das ständig mit den wichtigsten ausländischen Medien in Kontakt ist, um verzerrte und negative Berichte wie den in der "Bild am Sonntag" erschienenen zu vermeiden – oder zumindest schnelltsmöglich richtig stellen zu können.

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