Waldbrand breitet sich nicht mehr aus

Besonder intensiver Luft-Einsatz im Gebiet von s'Esclop stoppte Flammenwand – Allerdings weiter Alarmstufe 2 – Bürgermeister von Andratx bedankt sich bei Helfern

31.07.2013 | 10:36

Der verheerende Waldbrand bei Andratx im Westen von Mallorca breitet sich nicht mehr aus. Nach einem intensiven Einsatz von Lösch-Flugzeugen und -Helikoptern im Gebiet von s'Esclop konnte am Montag und Dienstag (30.7.) ein Vordringen der Flammenwand auf das Gelände der bei Urlaubern beliebten öffentlichen Finca Galatzó verhindert werden. Eine schon vorbereitete Evakuierung der Tiere wurde wieder abgeblasen. Am frühen Montagmorgen gegen 5 Uhr hatten die Flammen die öffentliche Finca erreicht, ein beliebtes Naturschutz- und Wandergebiet. Bereits am Sonntag waren von dort auch Urlauber und Angestellte evakuiert worden.

Das Feuer am Mittwochvormittag noch nicht als unter Kontrolle gebracht. Nach Angaben der Hilfskräfte könnte es noch zwei Wochen dauern, bis es völlig gelöscht ist.

Angesichts der entspannteren Lage zog sich ein Großteil der Löschkräfte inzwischen wieder aus dem Brandgebiet zurück. Es wurde jedoch darauf hingewiesen, dass nach wie vor ein hohes Risiko des Wiederaufflammens besteht, weswegen die Gegend weiterhin akribisch beobachtet werde und weiterhin die Alarmstufe 2 gelte. 230 Menschen und 14 Hubschrauber und Flugzeuge sind weiter im Einsatz.

Im Rathaus von Andratx verabschiedete Bürgermeister Llorenç Suau die ersten Löschkräfte mit einer leidenschaftlichen Rede. "Ihr seid in die Geschichte eingegangen", sagte er unter anderem. Der Hotelverband Mallorcas bot den Helfern kostenlose in ihren Mitgliedsherbergen an.

250 Einwohner des Dorfs Estellencs waren am Montagabend (29.7.) in ihre Häuser zurückgekehrt, nachdem sie am frühen Sonntagmorgen evakuiert worden waren. Alles sei ruhig verlaufen, hieß es von Seiten der Balearen-Regierung. Die Straße zwischen Estellencs und Andratx blieb am Dienstag weiterhin geschlossen.

Die Guardia Civil ließ unterdessen einen Mann wieder frei, der das Feuer am Freitag in der Gegend um Sa Coma Calenta nach eigenen aussagen verursacht hatte. Ignacio G. muss keine Kaution bezahlen. Zuvor hatte es geheißen, dass sein Bruder den Brand beim Verbrennen von Gartenabfällen ausgelöst hatte.

Von Seiten der Geographen-Vereinigung Spaniens hieß es, dass es möglicherweise 100 Jahre dauern könnte, das abgebrannte Terrain wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen. "Es handelt sich um einen großen Verlust nicht nur für die Balearen, sondern für die ganze Welt", sagte Sprecher Jonathan Gómez Cantero. Das Tramuntana-Gebirge auf Mallorca ist Unesco-Welterbe.

Asche und verkohlte Bäume: Fahrt durchs Brandgebiet

Auch am Galatzó habe sich die Lage gebessert, so am Montag die Notrufzentrale 112.

Unterdessen beginnt eine Diskussion über die politischen Verantwortlichkeiten. Die Opposition und die Umweltschützer werfen der konservativen Balearen-Regierung vor, auch am Brandschutz gespart zu haben. Ministerpräsident José Ramón Bauzá streitet das vehement ab. Bislang sind rund 1.800 Hektar Kiefernwald von den Flammen zerstört worden.

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Rund um s'Arracó und Sant Elm konnte die Ausbreitung der Flammen bereits am Samstagnachmittag gebremst werden. Ein Raub der Flammen wurde allerdings in der Nacht die Finca La Trapa im Gebiet von Sa Dragonera, die der balearischen Umweltschutzorganisation Gob gehört und bereits 1994 von einem schweren Brand in Mitleidenschaft gezogen worden war. In den vergangenen Jahren hatten die Umweltschützer das Gebiet wiederaufgeforstet. Man werde wieder ganz von vorne anfangen müssen, teilte die Umweltschützer per Twitter mit. 20 Jahre Arbeit seien zerstört worden.

Die Tierschützer von Feliz Animal konnten unterdessen erleichtert feststellen, dass die Flammen ihre Finca verschont haben. Die zurückgelassenen Tiere seien wohlauf, teilten die Tierschützer in Facebook mit.

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