Hoteliers laufen Sturm gegen Ferienapartments

Die Unternehmerverbände auf Mallorca hatten eine Legalisierung der touristischen Vermietung gefordert

17.08.2013 | 08:34

Die Vereinigung der Hoteliers auf Mallorca (FEHM) hat die Möglichkeit, die Vermietung von Apartments an Urlauber zu legalisieren, scharf abgelehnt. Dies sei ein "schwerer Fehler", so der Vorsitzende Aurelio Vázquez bei einer Pressekonferenz am Mittwoch (14.8.), es drohe eine unkontrolierbare Zunahme der Urlauber sowie der Schattenwirtschaft auf Mallorca. Weitere Argumente des Hotelierssprechers: eine stärkere Saisonabhängigkeit, geringere Ausgaben der Urlauber, eine stärkere Belastung der Umwelt durch die Mietwagen sowie eine Minderung der Qualität des touristischen Angebots. Ein Hotel schaffe zudem sehr viel mehr Arbeitsplätze als ein Ferienapartment.

Vázquez reagiert damit auf ein Treffen von Unternehmerverbänden auf Mallorca mit dem Generalsekretär der regierenden Volkspartei (PP) auf Mallorca, Miquel Vidal, am Montag (12.8.), wo diese die Legalisierung der Ferienvermietung eingefordert hatten. Hintergrund ist das neue spanische Mietgesetz. Es überlässt es erstmals den Regionen, die touristische Vermietung zu regeln. Die balearische Landesregierung erlaubt diese bislang nur unter strengen Auflagen, etwa im Fall von Einfamilienhäusern oder Einliegerwohnungen. Besitzer von Apartments, die an Urlauber vermieten, fürchten dagegen, in die Illegalität abzurutschen

Wenn die Vermietung von Apartments an Urlauber unterbunden werde, drohe ein Ausbleiben von rund 30 Prozent der Urlauber auf den Balearen, warnte Joan Gual, Vorsitzender der Handelskammer auf Mallorca. 45 Prozent aller Touristen entschieden sich gegen ein Hotel, und der Großteil von ihnen wähle Apartments als Unterkunft. An dem Treffen nahmen außerdem Vertreter der Gastronomen, der Freizeitveranstalter, der Golfplatzbetreiber, der Supermarktketten sowie der Bauträger teil. Die balearische Landesregierung gerät somit mit ihrem Kurs, die Ferienvermietung auf Mallorca nur begrenzt und unter strengen Auflagen zuzulassen, weiter in die Defensive. Vidal sicherte bei dem Treffen zu, die Standpunkte der Unternehmer zu berücksichtigen und wies die Vorwürfe zurück, einseitig auf die Wünsche der Hoteliers einzugehen.

Die Befürworter der Ferienvermietung argumentieren, dass es sich um eine wichtige touristische Zielgruppe handle, die sich bei einer restriktiveren Politik für andere Reiseziele entscheiden würde - nicht jeder Urlauber wolle gleich eine Finca mieten. Zudem wird auf die Ausgaben verwiesen, die die Urlauber auf Mallorca tätigen. Nötig sei jedoch eine Regulierung, um beispielsweise zu verhindern, dass Nachbarn in Wohnanlagen gestört würden.

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