Staatsanwalt spricht sich gegen Vorladung der Infantin aus

Untersuchungsrichter Castro will Königstochter Cristina wegen Verdacht auf Geldwäsche als Beschuldigte zitieren

15.11.2013 | 09:44
Staatsanwalt Horrach
Staatsanwalt Horrach

Staatsanwalt Pedro Horrach hat sich gegen eine Vorladung von Cristina de Borbón, der Tochter des spanischen Königs Juan Carlos, auf Mallorca im Korruptionsfall Nóos ausgesprochen. Horrach kommt damit zur Überraschung vieler einem Antrag von Untersuchungsrichter José Castro zuvor, der seit Wochen erwartet wird. Eine Vorladung der Infantin sei nicht zu rechtfertigen, heißt es nun in dem Schreiben von Horrach vom Donnerstag (14.11.). Es gebe keinerlei Beweise für die Vorwürfe des Steuerbetrugs oder der Geldwäsche.

Mit den neuen Entwicklungen hat die vor zwei Jahren ausgebrochene Affäre um den in Ungnade gefallenen königlichen Schwiegersohn Iñaki Urdangarin einen neuen Höhepunkt erreicht. Der Mann von Cristina muss sich wegen des Vorwurfs des Betrugs und der Veruntreuung verantworten und wurde deswegen schon zweimal als Beschuldigter in Palma vorgeladen. Der ehemalige Handball-Nationalspieler soll vor allem zwischen 2004 und 2006 aus seiner privilegierten Stellung als Mitglied der Königsfamilie Profit geschlagen und gewaltige Summen veruntreut und an der Steuerbehörde vorbeigeschleust haben. Allein mit der Organisation zweier Tagungen zu "Sport und Tourismus" in Palma 2005 und 2006 erzielten Urdangarin und sein Geschäftspartner Diego Torres rund 1,4 Millionen Euro Gewinn.

Infantin Cristina ist Teilhaberin der Consulting-Firma Aizoon S.L., die im Zentrum der Ermittlungen steht. Die Firma hatte zwischen 2003 und 2007 Zehntausende Euro von öffentlichen Institutionen und Unternehmen erhalten. Laut den Ermittlungen hat Cristina Gelder von Aizoon ausgegeben und könnte deswegen des Delikts der Geldwäsche beschuldigt werden.

Untersuchungsrichter Castro hatte zuletzt Anfang November die Pfändung mehrerer Immobilien von Urdangarin angeordnet. Die Immobilien sollen eine Kaution in Höhe von 6,1 Millionen Euro abdecken, die gegen Urdangarin im Zuge der Ermittlungen ausgesprochen worden war und im Fall einer Verurteilung Schadensersatzzahlungen gewährleisten soll. Auch eine Villa in Barcelona, die dem Beschuldigten zusammen mit Infantin Cristina gehört, wurde zur Hälfte gepfändet, darüber hinaus Wohnungen in Palma de Mallorca.

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