Ex-Premier Matas erneut wegen Korruption verurteilt

Die Geschworenen befanden ihm am Donnerstag (5.12.) der Vorteilsnahme im Amt für schuldig

10.12.2013 | 10:08
Ex-Premier Matas erneut wegen Korruption verurteilt
Ex-Premier Matas erneut wegen Korruption verurteilt
Ex-Premier Matas erneut wegen Korruption verurteilt

Der frühere balearische Ministerpräsident Jaume Matas ist zum zweiten Mal wegen Korruption verurteilt worden. Neun Geschworene sprachen ihn am Donnerstag (5.12.) der Vorteilsnahme im Amt für schuldig. Die 3.000 Euro, die Matas' Frau Maite Areal für den von ihrem Mann vermittelten Job erhalten habe, seien mehr als ein Geschenk oder eine Spende gewesen. Der Ex-Premier habe sein politisches Amt missbraucht.

Das genaue Strafmaß muss nun der Richter festlegen. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Geldstrafe für den bereits wegen Korruption zu einer Haftstrafe von neun Monaten verurteilten Ex-Premier gefordert.

Staatsanwalt Pedro Horrach verwies am Mittwoch (4.12.) auf mehr als ein Dutzend Beweise, wonach Areal 2007 nur zum Schein als PR-Expertin im Hotel Valparaíso eingestellt worden sei. Es gebe keinerlei Nachweise über ihre Arbeitsleistung. In Wahrheit habe es sich um Bestechungsgelder in Höhe von insgesamt 42.000 Euro des Hoteliers Miguel Ramis gehandelt, der finanziell von der Volkspartei (PP) und der Regierung profitiert habe. „Matas lügt, auch seine Frau lügt".

Der Ex-Premier hatte am Montag eingeräumt, dass er Ramis Ende 2006 um einen Job für seine Frau gebeten habe. „Ich habe getan, was jedes Familienoberhaupt tun würde: einen Freund um Arbeit bitten." Das Verhältnis zu Ramis sei vertrauensvoll gewesen, man habe etwa gemeinsam Schlachtfeste gefeiert. Die Details des Jobs seiner Frau habe er nicht gekannt. Matas argumentierte zudem, dass er ihr nach dem Ende ihrer Tätigkeit in einer Consulting-Agentur helfen wollte.

Auch ihre dortige Einstellung war laut Zeugenaussage der Gesellschafter eine reine Gefälligkeit gegenüber Matas. Da sie keinen einzigen Neukunden gewonnen habe, habe man sie 2006 entlassen. Drei Ex-Minister, die als Zeugen aussagten, gaben zudem an, nichts vom PR-Job Areals gewusst zu haben.

Derzeit befindet sich Matas auf freiem Fuß. Der langjährige Balearen-Premier (1996-1999 und 2003-2007) und spanische Umweltminister (2000-2003) darf jedoch weiterhin vor dem Hintergrund der Ermittlungen in insgesamt 26 Verfahren, in denen dem Verdacht der Korruption nachgegangen wird, nicht außer Landes reisen. Ermittelt wird im Fall Palma Arena wegen Unregelmäßigkeiten rund um den Bau der gleichnamigen Radsportarena sowie der angeblichen persönlichen Bereicherung des Ehepaares Matas.

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