Gesetz verbietet Katalanisch-Schleifen an Schulen auf Mallorca

Die Symbole der Verfechter des Unterrichts in der Inselsprache und der Gegner des TIL dürfen nicht mehr an Schulfassaden angebracht werden

24.12.2013 | 09:30
Die Opposition sieht in dem neuen Gesetz eine Einschränkung der Meinungsfreiheit.
Die Opposition sieht in dem neuen Gesetz eine Einschränkung der Meinungsfreiheit.

Allein mit den Stimmen ihrer eigenen Abgeordneten hat die Volkspartei PP, die die absolute Mehrheit im Balearen-Parlament hat, am Donnerstag (19.12.) das Gesetz über den Gebrauch der offiziellen Symbole der Balearen verabschiedet. Damit dürfen von nun an an den öffentlichen Schulen auf Mallorca nur mehr offizielle Flaggen angebracht werden, nicht mehr aber die gelb-roten Katalanisch-Schleifen, die die Verfechter des Unterrichts in der Inselsprache vielerorts aufgehängt haben. Auch grüne Fahnen oder Schleifen, die den Widerstand gegen die Bildungspolitik der PP und vor allem gegen das Drei-Sprachen-Modell TIL zum Ausdruck bringen sollen, sind nicht mehr erlaubt.

Während der Plenumssitzung demonstrierten vor dem Parlament rund hundert Gegner des Gesetzes, größtenteils grün bekleidet und mit gelb-roten-Fahnen ausgerüstet. Drinnen spielten sich indes bizarre Szenen ab. Die linkssozialistische Opposition weigerte sich, sich an "dieser nie dagewesenen Attacke auf die Meinungsfreiheit" zu beteiligen und verließ das Plenum geschlossen. Dabei skandierten die Oppositionellen lautstark "Freiheit, Freiheit".

Die Lehrerschaft, die mit ihrem zu Schuljahresbeginn ausgerufenen unbefristeten Streik unter anderem die Rücknahme dieses Gesetzes forderte, reagierte am Freitag (20.12.) umgehend auf das neue Gesetz, löste die zu Schleifen gebundenen Katalanisch-Flaggen und hängte diese an vielen Schulen als normale Fahne auf. Damit wollen sie ein Zeichen für die Freiheit und gegen Zensur setzen.

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