Lehrer auf Mallorca wollen im Januar erneut streiken

Verabschiedung des Katalanisch-Schleifen-Verbots und Disziplinarverfahren gegen einen Schulleiter entfachen den Sprachstreit erneut

06.01.2014 | 19:37
Am 7. Januar sollen die Klasenzimmer der Insel wieder leer bleiben.
Am 7. Januar sollen die Klasenzimmer der Insel wieder leer bleiben.

Die Zeichen stehen wieder auf Streik an den Schulen auf Mallorca. Die Lehrervollversammlung Assemblea de Docentes, die am Montag (23.12.) in Petra tagte, hat einen Ausstand für den 7. Januar beschlossen. Hintergrund ist das Verbot der Katalanisch-Schleifen an öffentlichen Schulen, die das Gesetz über den Gebrauch der offiziellen Balearen-Symbole mit sich bringt, sowie ein Disziplinarverfahren, das die Landesregierung gegen einen Schulleiter in Marratxí eingeleitet hat.

Dem Direktor des IES Marratxí wird vorgeworfen, dass während des dreiwöchigen Lehrerstreiks zum Schuljahresbeginn im September kein geregelter Unterricht stattgefunden habe. Dem balearischen Bildungsministerium zufolge sollen noch gegen rund 30 weitere Schulleiter Anzeigen vorliegen, die teils Eltern, teil die Vereinigung "Circulo Balear", die den Streik seit jeher angeprangert hat, erstattet haben.

Assemblea-Sprecher Guillem Barceló betonte bei der Versammlung in Petra, dass unter den Lehrern angesichts des restriktiven Vorgehens der Verwaltung Empörung herrsche und viele sich bedroht fühlten. Die nun bevorstehenden Weihnachtsferien wolle man nutzen, um den Eltern zu vermitteln, warum man – nach immerhin 17 Streiktagen in diesem Schuljahr – erneut streiken wolle. "Wir haben Angst, deren Unterstützung zu verlieren", befürchtet Barceló.

Die Lehrergewerkschaft Stei-i verwies indes darauf, dass das Gesetz Ley de Símbolos, in dem die Gegner einen schweren Angriff auf die Meinungsfreiheit sehen, noch nicht inkraft getreten sei. Die gelb-roten Schleifen sollten deshalb noch möglichst lange – denkbar sei eine Übergangsfrist von bis zu einem Jahr – an den Schulfassaden hängen bleiben. Die Elternvereinigung FAPA, die ebenso die Meinungsfreiheit verletzt sieht, hat außerdem ein Schriftstück verfasst, das man dem Sonderberichterstatter der UNO zukommen lassen will.

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